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Vermittlung zwischen arabischer und europäischer Kultur via Mode

FahemWear“ – so heißt die Modelinie des 21-jährigen Grafikdesign-Studenten Leopold Knott. Ziel dieser neuen Kollektion ist es, auf ein freundliches Miteinander der arabischen und europäischen Kultur hinzuweisen. „Fahem“ ist arabisch, bedeutet übersetzt Verständigung und ist die Basis des Miteinanderlebens aller Menschen.

© Copyright 2016 Fahem

© Fahem 2016

„Die Idee kam mir im Ausland, als ich für ein Semester in England war“, erzählt mir Leopold. „Ich habe mich schon immer für die arabische Kultur interessiert und in London auch einen Sprachkurs besucht. Ziel des daraus entstandenen Projekts soll es sein, eine Möglichkeit zu finden, mit der die europäische und arabische Kultur öffentlich zeigen können, dass sie ein friedliches Miteinander wollen. Leider kam das Projekt bei den Professoren an der Uni nicht so gut an, da es für sie politisch zu heikel war.“ Dennoch ließ Leopold nicht locker und intensivierte die Arbeit nach seiner Rückkehr aus London nur noch mehr. „Zuerst waren es drei oder vier Schablonen, mit denen ich herumprobiert habe. Mittlerweile habe ich ein genaues Konzept, nach dem ich mich richte.“

Dieses Konzept ist so einfach wie genial. Der Grafikdesign-Student hat sich verschiedene positive Begrifflichkeiten herausgesucht, welche sowohl im Koran als auch in der Bibel zu finden sind. Begriffe wie unter anderem Toleranz, Kooperation, Verbundenheit und Respekt werden in arabischen und lateinischen Buchstaben in einem optisch ansprechenden Design miteinander verbunden. Diese Entwürfe werden dann auf T-Shirts, Pullover oder Hoodies gedruckt. Aber auch Kopfbedeckungen, Taschen und sonstige Dinge des täglichen Lebens können als Basis dienen. „Ich finde, dass die arabische Schrift einen guten Zugang bietet, sich intensiver mit der Kultur auseinanderzusetzen. Durch mein Interesse an der Kalligrafie habe ich einen Weg gesucht, sie mit der lateinischen Schrift zu verbinden.“

© Copyright 2016 Fahem

© Fahem 2016

Zum Bestand gehören sogar bauchfreie Shirts. „Ist das nicht ein Widerspruch?“, frage ich Leopold. „So sehe ich das nicht“, erklärt er. „Ich biete den Menschen lediglich die Möglichkeit, ihre Toleranz und den Wunsch nach einer Verständigung mit der anderen Kultur auszudrücken! Was einem gefällt, bleibt jedem selbst überlassen. Beide Seiten müssen tolerant sein und die andere Kultur so akzeptieren, wie sie ist.“ Dabei ist Mode ein ideales Medium, um die Message für jeden sichtbar herüberzubringen, ohne Angst davor zu haben, sich gleich einen großen politischen Schuh anzuziehen. Auch preislich gesehen sind die Shirts nicht zu teuer und bewegen sich in einem für jedermann erschwinglichen Rahmen.

Leopolds Arabisch-Lehrer in München ist übrigens auch ganz begeistert von der Idee: „Seit der Flüchtlingsdebatte vor mehr als einem Jahr hat die Verständigung und das friedliche Miteinander der Menschen oberste Priorität. Außerdem finde ich die arabische Schrift sehr ästhetisch. In Verbindung mit einem Kleidungsstück kann man seine Überzeugung so öffentlich zeigen und für ein freundliches Miteinander werben.“ Und was sagen die Eltern des 21-Jährigen zu FahemWear? Leopold lächelt: „Meine Eltern finden die Idee einfach super! Sie stärken mir den Rücken und unterstützen mich, wo sie nur können! Ich will auf jeden Fall noch eine längere Reise in ein arabisches Land machen, um so die Kultur noch besser zu verstehen und dieses Wissen in mein Projekt zu übertragen.“

Nikita Mejerovski

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