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Uncharted 4: A Thief’s End

Das Ende eines Diebes – Das zeitweilige Ende eines Phänomens

Der folgende Text enthält Spoiler zu den Uncharted-Videospielen

Hey, kleiner Bruder!“ Der sichtlich gealterte Nathan Drake dreht sich erstaunt um und kann seinen Augen nicht glauben. 15 Jahre lang hatte er geglaubt, dass sein Bruder Sam tot ist – gestorben vor seinen eigenen Augen. Doch nun steht er lebendig vor ihm. Auf ein verschmitztes Grinsen folgt die Frage, was Nate denn die letzten Jahre so getrieben habe. Eine Frage, welche eingefleischte Kenner der Uncharted-Reihe schmunzeln lässt.

Denn obwohl sich der Glücksjäger Nathan Drake mittlerweile im Ruhestand befindet, zeugen vergilbte Karten, Dublonen und andere Andenken auf dem Dachboden im idyllischen Familienhaus von vergangenen Abenteuern. Erlebnisse, welche den Spieler nach Borneo, Nepal und sogar in die arabische Wüste geführt haben. So ist klar: Mit Sams Erscheinen wird es Nathan wieder an ferne Orte verschlagen, die das Herz eines jeden Hobby-Schatzsuchers höher schlagen lassen.

Die Spuren von Captain Avery führen Nathan nach Madagaskar

Die Spuren von Captain Avery führen Nathan unter anderem nach Madagaskar.

Von Dieben und Piraten

Im neuen Ableger der Serie ist Nate auf der Suche nach dem verlorenen Schatz des legendären englischen Piratenkapitäns Henry Every. Mithilfe seines Bruders Sam, seiner Ehefrau Elena, welche ihm seit seinem ersten Abenteuer zur Seite steht, und seinem Mentor Victor Sullivan begibt sich Nate auf ein Rennen gegen die Zeit. Denn auch seine Gegenspieler, ein ehemaliger Schatzjägerkollege namens Rafe mit scheinbar unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten, und Nadine, eine skrupellose Killerin mit einer Privatarmee, wollen sich Everys Schatz unter den Nagel reißen.

Dabei führt der gespielte Film den Protagonisten nach Italien, Schottland, nach Madagaskar und sogar auf eine verschollene Insel im Indischen Ozean. Viele Freiheiten lassen die Entwickler von Naughty Dog dem Spieler dabei nicht. Die Handlung folgt einer mehr oder weniger strikten Linie, wobei die Kameraführung nicht selten vom Spiel selbst übernommen wird. Doch so verpasst man keine spektakulären Momente. Die fetzigen Dialoge und das beeindruckende Motion-Capturing der Charaktere sorgen zusätzlich dafür, dass man den Eindruck hat, man begleite die Hauptfigur durch einen Film á la Indiana Jones. Nicht zuletzt leistet die atemberaubende Next-Gen-Grafik, mit welcher jede Umgebung so real wie nur möglich wirkt, ihr Übriges.

Drakes Schicksal

Seit 2007 begleiten Millionen von Playstation-Spielern den charismatischen Nachfahren von Sir Francis Drake bei seinen Abenteuern. Das Ergebnis sind drei Spiele für die Playstation 3 und zwei für Sonys wenig erfolgreichen Handheld Vita. Dabei steuert man den Protagonisten durch einen Mix aus akrobatischen Kletterpassagen, wilden Schießereien und Rätsel, welche man mit Hilfe von Nates Notizbüchern lösen muss. Das Ganze erinnert stark an Lara Crofts Tomb Raider, besitzt jedoch durch seine historische Fiktion und filmreife Handlung einen ganz eigenen Charme, der Uncharted mittlerweile zum Kultstatus verholfen hat. Fragt sich nur, wann ein Ableger der Serie endlich in die Kinos kommt.

In Schottland sucht der Schatzjäger nach Schätzen und Reliquien

In Schottland sucht der Schatzjäger nach Schätzen und Reliquien.

Mit Uncharted 4 – A Thief’s End setzen die Entwickler von Naughty Dog nochmal einen drauf und schließen die Reihe mit einem letzten großen Auftritt Nathan Drakes ab. Dabei setzen sie ganz auf ihren Pragmatismus. Auf actiongeladenen Gefechte mit Söldnern folgen wieder Abschnitte, in denen sich Nate durch eine märchenhaft schöne Landschaft hangelt. Ein neues Feature dabei ist ein Kletterhaken, mit welchem man auch größere Abgründe problemlos überwinden kann.

Leb wohl Nate, es war schön mit dir!“

Mit dem vierten und vermeintlich letzten Teil der Uncharted-Serie festigt Naughty Dog nochmal seinen Status als einer der renommiertesten und besten Entwicklerstudios in Sachen Videospielen. Zwar hat sich der Multiplayer seit dem zweiten Teil nicht wirklich verändert – es werden die gleichen Spielmodi angeboten wie in fast jedem anderen Shooter – dennoch versetzt die Kampagne mit ihrer packenden Story, den sympathischen Charakteren und ihrem unveränderten Gameplay auch eingefleischte Fans der Serie noch in großes Staunen. Nichtkenner sollten spätestens hier zugreifen. Da lässt sich abschließend nur noch sagen: „Vielen Dank Nathan Drake, wir werden dich schmerzlichst vermissen!“

Nikita Mejerovski

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