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Er fragt – Sie fragt

Sie fragt Ihn – Schminke

Unsere beiden Autoren eint ein Wunsch: Das andere Geschlecht zu verstehen. “Schnurzelburzel” und “Honigmäulchen” stellen sich in dieser unikaten Serie regelmäßig Fragen, deren Antworten die Gemütslagen, Vorstellungen und Gedankengänge des anderen Geschlechts erhellen sollen. Diese Woche:

Geschminkt oder ungeschminkt – was gefällt euch besser an Frauen?

Liebes Honigmäulchen,

geschminkt oder ungeschminkt, das klingt als gäbe es nur das eine oder das andere. Als gäbe es nur die Möglichkeit, die Leinwand entweder komplett zu bemalen oder alles Weiß zu lassen. Wie bei so vielen Dingen passt mir keine dieser Alternativen so recht. Die Mischung macht es eben – und ich meine hiermit nicht die Farbtöne, die ihr benutzt, um euch aufzuhübschen.

Generell ist Geschmack wohl mitunter das Subjektivste, was es überhaupt gibt. Was dem einen Verzückung auf das Antlitz zaubert, lässt den anderen kurzatmig vor Abneigung am Boden wie ein Kreisel rotierend zurück. Primär geht es ja nicht nur darum, was uns Männern gefällt, sondern dass ihr euch wohl fühlt. Dabei habt ihr vor allem den Vorteil, dass ihr auf tausende Schminkutensilien zurückgreifen könnt. Wenn wir Männeraber einen Pickel unser eigen nennen, der die Bürger von Pompeji vor lauter Furcht verzweifeln lässt, gibt es da nicht so viel was Man(n) dagegen tun kann, außer vielleicht ihn mit Silikon abdichten, um zumindest die Zahl der Verletzen möglichst niedrig zu halten.

Also warum sollten Frauen die Möglichkeit des Schminkens nicht nutzen, wenn sie sich damit besser fühlen oder sich hübscher finden? Für mich persönlich darf es gern ein wenig weniger sein. Ich möchte noch erkennen können, wie die Leinwand ohne Farbe aussieht. Die meisten Damen der Schöpfung aus meinem Bekanntenkreis bekommen diese Gratwanderung meiner Meinung nach auch ziemlich gut hin. Da sieht kaum eine aus, als würde sie morgens um sieben in der Früh erstmal den Zementmischer mit Rouge beladen, um sich dann Unmengen von Farbe, die das Monatsbudget jedes Malerbetriebs schneller schlucken würden als ein Alkoholiker den Whiskey, auf die Fassade zu pinseln.

Auch das sei jedoch gestattet, wem auch immer es gefalle. Bekanntlich ist man sich selbst gegenüber auch meist am kritischsten. Deswegen sieht man oft „Makel“, die anderen nie auffallen würden, oder die einem vielleicht sogar erst das charakteristische Aussehen verleihen, welches man sein eigen nennen darf.

Deswegen ist mein Rat was Flächenabdeckung des Gesichtes mit Erzeugnissen der Kosmetikindustrie angeht derselbe, den meine Kommilitonen im Bezug auf die Klausur zu hören bekommen: Mut zur Lücke! Die richtige Dosierung ist die, mit der du dich am wohlsten fühlst.

 

Dein Schnurzelburzel

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