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Spezies Mitbewohner

Mitbewohner sind gang und gäbe während des Studiums. Keiner kann sich die hohen Mieten leisten, ohne irgendjemanden bei sich aufzunehmen. Das Zusammenleben ist aber keinesfalls leicht. Hier einige Mitbewohnertypen, die jeder kennt.

Der Schmutzfink vs. Der Pingelige

Jeder kennt das Problem in einer WG. Das Putzen. Die schwierigste Aufgabe überhaupt. Man versucht es mit oder ohne Putzplan, je nachdem, wie dreckig oder pingelig die Mitbewohner sind. Den Schmutzfink schert sich nicht um so einen Putzplan. Er lebt nach dem Motto: Ist doch nur ein bisschen Staub, das kann ich auch morgen saubermachen. Seine Mitbewohner finden das im Normalfall nicht so toll und ermutigen ihn zum Saubermachen. Er wäscht das Geschirr aber erst nach Tagen ab und wenn man ihn bittet, es öfter zu tun, hört man Ausreden wie: „Ich hab aber nur einmal in der Woche Zeit abzuwaschen.“ oder „Warum etwas jeden Tag tun, wenn ich es auch nur einmal die Woche machen kann.“ Und die schlimmste aller Antworten: „Mach es doch selbst, wenn es dich stört.“

Das Gegenteil zum Schmutzfink ist der Pingelige. Dieser reinigt mindestens einmal pro Tag einen Teil der Wohnung. Seine Lieblingslektüre ist der Putzplan und seine freie Zeit verbringt er damit in Onlineshops nach den neusten Reinigern zu suchen oder den nächsten Frühjahrsputz zu planen. Wenn einer seiner Mitbewohner mit putzen dran war, schrubbt er nachher trotzdem noch einmal alles durch, denn es ist immer noch nicht sauber genug. Solange er dabei nicht gleichzeitig rumnörgelt, kann man mit dem Pingeligen gut leben.

Der Wochenend-Gammler vs. Der Partylöwe

Er liebt seine Chouch über alles!

Er liebt seine Chouch über alles!

Der Wochenend-Gammler liegt meist das ganze Wochenende auf dem Sofa oder im Bett vor dem Fernseher. Essen und Bier stehen in Reichweite und er guckt alle seine Lieblingsfilme rauf und runter. Partys sind ihm egal. Er will nur in Ruhe gelassen werden und einfach nichts tun, denn die ganze Woche in der Uni zu sitzen ist ja so anstrengend! Grob geschätzt besitzt er an die vierzig Jogginghosen, hat jedoch noch nie auch nur eine zum Joggen verwendet. Man wird von ihm selten angesprochen, wenn dann bekommt man nur Sätze zu hören wie: „Kannst du mir bitte Mal das Bier aus dem Kühlschrank holen?“ oder „Die Fernbedienung ist runtergefallen, kannst du sie bitte aufheben?“

 

P A R T Y !

P A R T Y !

Der Partylöwe kann das Wochenende meist nicht erwarten. Dann ist er drei Tage lang unterwegs und kaum zu Hause. Er besucht Partys, Festivals und alle weiteren Orte, an denen man irgendwie feiern kann. Der Kater, den er am Sonntag hat, ist ihm egal. Den nimmt er gerne in Kauf, er hatte ja schließlich Spaß auf den Partys, behaupten zumindest seine Instagram-Fotos. So dicht, wie er meistens ist, erinnert er sich sowieso an nichts mehr. Meist schleppt er deshalb auch jemanden ab und seine Mitbewohner dürfen dann am Sonntag die Frau/den Mann loswerden, während er seinen Rausch ausschläft. Da sie es aber mittlerweile gewohnt sind, haben sie Standardsprüche parat wie: „Ich sage ihm, er soll dich anrufen, sobald er wach ist.“ Oder die nicht so nette Variante: „Tut mir Leid, aber er hat eigentlich eine Freundin.“ Manchmal zieht der Partylöwe auch unter der Woche los, denn montags ist das Wochenende einfach noch so weit entfernt und nüchtern in der Vorlesung zu sitzen macht doch sowieso keinen Spaß.

Der Immer-Nudel-Esser vs. Der Kochprofi

Endlich von Zuhause ausgezogen, stehen die meisten frisch gebackenen Studenten vor einem großen Problem, der Selbstständigkeit. Man muss plötzlich seine Wäsche selbst waschen, geputzt wird auch nicht mehr automatisch und das Allerschlimmste: Wenn man mittags von der Uni nach Hause kommt, steht kein Essen auf dem Tisch. Der Albtraum eines jeden Erstis. Aber da muss nun mal jeder durch.

Es gibt drei Möglichkeiten dieses Problem zu bewältigen:

  1. Man wird zum Kochprofi, lernt ständig neue Gerichte und ist ab sofort der WG-Chefkoch, weil man Mitleid mit seinen Mitbewohnern hat. Solange sie ein paar Bier springen lassen, ist das auch völlig ok.
  2. Eine andere Möglichkeit ist es, drei möglichst einfache Gerichte zu lernen und dabei zu bleiben. Ein Beispiel: Nudeln mit Tomatensoße, Nudeln mit Pesto und natürlich Spiegelei. Man wird also zum Immer-Nudeln-Esser, bis man seine(n) Traummann/frau kennenlernt, der/die natürlich kochen kann. Problem gelöst.
  3. Man hat einen Kochprofi als Mitbewohner und bezahlt ihn mit Bier.

Der Streber vs. Der Dauerzocker

Der Streber

Der Streber sitzt den ganzen Tag in seinem Zimmer oder in der Bibliothek und büffelt. Man kriegt ihn also selten zu Gesicht und wenn, dann ist er mies gelaunt und zickig, weil er durch das ständige Lernen dauergestresst ist. Während der Prüfungszeit sollte man ihn daher besser meiden.  Bücherstapel bedecken den gesamten Fußboden seines Zimmers und nur er kennt den Weg durch dieses Labyrinth. Ist ein Buch in der Unibib ausgeliehen, wird man in seinem Zimmer bestimmt fündig. Er liebt detaillierte Mitschriften und die Klausurenphase.

Der Dauerzocker

Der Dauerzocker hingegen sitzt den ganzen Tag vor seiner Konsole und spielt jegliches Spiel durch, das je auf den Markt kam. Die Uni ist ihm relativ egal. Wenn überhaupt ist er maximal zweimal im Jahr dort und zwar bei zwei seiner zehn Prüfungen, die er natürlich nicht oder gerade so besteht. Es grenzt an ein Wunder, wenn man ihn mal kochen sieht, meist ist er nur in der Küche, um Chips oder andere Snacks zu holen. Alternativ dazu bestellt er sich auch mal etwas beim Lieferservice, denn manchmal ist der Weg in die Küche zu weit und wofür hat man schließlich Mitbewohner, die die Lieferung entgegennehmen und ins Zimmer bringen.

Sophie Obwexer

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