Wir schreiben München – schreibt mit!

Er fragt – Sie fragt

Sie fragt Ihn – Arbeit

Unsere beiden Autoren eint ein Wunsch: Das andere Geschlecht zu verstehen. “Schnurzelburzel” und “Honigmäulchen” stellen sich in dieser unikaten Serie regelmäßig Fragen, deren Antworten die Gemütslagen, Vorstellungen und Gedankengänge des anderen Geschlechts erhellen sollen. Diese Woche:

„Ist es wichtig, dass wir über Arbeit und Hobbies im Detail reden?“ 

Liebes Honigmäulchen,

wir leben nun schon lange in einer Beziehung und kennen uns von allen Seiten: Charakter, Vorlieben, Macken, Liebenswertes und Unsympathisches. Wir kennen unseren Tagesablauf, unsere Launen, wir wissen, was den anderen beschäftigt. Weil wir nicht alles gemeinsam machen können, bleiben einige Teile deines Lebens im Dunkeln: Ich kenne zwar jeden Zickenkrieg bei dir in der Arbeit, was genau du tust, verstehe ich aber nicht – irgendetwas mit Büro halt. Auch in der Freizeit haben wir unterschiedliche Interessen: Du kannst mit Hingabe an deinen Zeichnungen arbeiten und kennst die verschiedensten Techniken, während ich die Fußballtabelle herunterbeten kann und regelmäßig selbst kicke. Weder deine künstlerischen Inspirationen, noch die Spielergebnisse meines Vereins sorgen bei uns für langanhaltenden Gesprächsstoff.

Ist das schlimm? Ich finde nicht. Menschen schlüpfen in verschiedene Rollen, je nachdem welche Leute sie um sich herum haben. In der Arbeit kann ich der unnachgiebige Karrieremensch sein und daheim dein zärtlicher Partner. Auf dem Fußballplatz lasse ich die Sau raus und bei deinen Eltern bin ich der Wunsch-Schwiegersohn. In den jeweiligen Rollen versucht man, die eigenen und fremden Erwartungen zu erfüllen und für andere da zu sein. Dabei muss man nicht mal schauspielern, das Verhalten ergibt sich aus der Situation heraus.

Nüchtern betrachtet gibt es damit eine Rolle „Beziehung“, in der wir unsere Gefühle und innersten Wünsche miteinander teilen. Ist es nicht viel wertvoller zu wissen, was in deinem Inneren vorgeht, als eine genaue Beschreibung davon zu haben, was du im Büro den ganzen Tag gemacht hast? Und bringt es nicht mehr, wenn du die Konflikte in meiner Fußballmannschaft besser verstehst als unsere neue Spieltaktik? Wir müssen nicht unseren 24-Stunden-Tag miteinander teilen, sondern das, was uns wirklich beschäftigt.

Und deswegen spielst du die Hauptrolle in meinem Leben!

Dein Schnurzelburzel

 

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