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Die Monacensia

Münchens literarische Schatzkammer

Monacensia. So heißt Münchens Literaturarchiv. Viele Münchner Studierenden sind mit der Monacensia bislang nicht in Kontakt gekommen, doch gerade für sie ist das Archiv eine interessante Adresse.

Gegründet wurde die Institution 1924 und bewahrt seither literarische Kostbarkeiten, inzwischen sind es schon über 150.000 Medien. Schriften, die in den Bestand aufgenommen werden, müssen ein entscheidendes Kriterium erfüllen: Einen Bezug zu München. Besonders herausragend sind die Originalbestände von Thomas Mann und seinen Kindern. Originalbestände sind teilweise sehr teuer, 2.000 Euro für einen Thomas Mann-Brief ist kein ungewöhnlicher Preis. Der Öffentlichkeit ist die Einrichtung vor allem durch ihre Veranstaltungen und Ausstellungen bekannt, die ganz auf dem eigenen Bestand fußen. Dieser wird durch Nachlässe und Ankäufe ständig erweitert.

Man ist versucht zu fragen, wofür man heute überhaupt noch Archive benötigt, bieten doch Computer platzsparendere Möglichkeiten zur Aufbewahrung. Das sieht Elisabeth Tworek anders: „Die Digitalisierung ist nur eine Technik diese wunderbaren Materialien bereitzuhalten, die Originale sind unschätzbar viel wert“. Frau Dr. Tworek ist seit über 20 Jahren Leiterin der Monacensia und promovierte Sozialwissenschaftlerin. Die Bestände sind nicht nur kulturell sehr wertvoll, sie sind auch ein wichtiger Teil des Vermögenshaushaltes der Stadt München.

Das Hildebrandhaus © Eva Jünger / Münchner Stadtbibliothek

Das Hildebrandhaus © Eva Jünger / Münchner Stadtbibliothek

Seit 1977 ist die Monacensia in der ehemaligen Künstlervilla des Bildhauers Adolf von Hildebrand in Bogenhausen beheimatet. Diese wurde jetzt für 9,3 Millionen Euro nach zweijähriger Sanierungszeit renoviert. In Zukunft soll die Monacensia auf vier Säulen stehen: Die erste ist das klassische Literaturarchiv der Stadt, die zweite die Münchenbibliothek, in der sich wissenschaftliche Bücher zu München und Umgebung finden. Eine dritte Säule ist die Literaturvermittlung, zu der Ausstellungen und Veranstaltungen gehören und ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Bildung und Wissenschaft. Hierfür wurden neue technische und räumliche Möglichkeiten geschaffen. Außer Leiterin Dr. Tworek gibt es in der Monacensia kein wissenschaftlich ausgebildetes Personal. Das Literaturarchiv versteht sich hauptsächlich als Dienstleister. Interessierte Studierende, die sich mit den Beständen auseinandersetzten, sind daher gern gesehen. Mit dem Hochschulpreis 2015 der Stadt München wurde eine Arbeit ausgezeichnet, die Bestände der Monacensia erschloss: Martin Laus Dissertation „Hanns von Gumppenberg. 1866-1928. Ein Schriftsteller, Okkultist, Kabarettist und Kritiker in München“. In den Beständen finden sich viele solcher Themen, die immer wieder zu neuen Forschungsfragen führen.

Das Angebot der Monacensia wird von Münchener Studierenden gut angenommen. Um ihnen den Zugang zum Archiv zu erleichtern, unterschrieb Universitätspräsident Dr. Bernd Huber 2011 persönlich einen Kooperationsvertrag zwischen der LMU und der Monacensia.

Paula Faul

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