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Verbunden, verwickelt, verwirrt

Veranstaltungstipp: Eine Tagung der MKW-Studierenden

Netzwerk – ein häufig verwendeter Begriff mit so vielen Deutungsmöglichkeiten: Sei es das altertümliche Fischernetz oder das soziale Netzwerk, der Begriff begleitet uns seit jeher und gewinnt immer mehr an Relevanz für unser tägliches Leben. Deshalb haben sich die Studierenden des Master-Studiengangs Medienkulturwissenschaft dazu entschieden, ihre diesjährige Tagung ganz nach dieser Thematik auszurichten: „Wir möchten zeigen, dass Netzwerke nicht nur über die Hochphase des Internets in den Diskurs eingedrungen sind, sondern dass sie retrospektiv bereits seit Anbeginn der Menschheit eine wichtige Rolle in den unterschiedlichsten Bereichen spielen und unsere heutige Gesellschaft in ihrer jetzigen Form vielleicht sogar ermöglicht haben“, meint Studentin und Mitorganisatorin Jessica Trute.

Eine Besonderheit der Tagung, die von den Studierenden komplett eigenständig organisiert wird, ist, dass sie nicht nur thematisch von Netzwerken handelt, sondern auch wie ein Netzwerk aufgebaut ist: „Unter den drei Funktionsperspektiven (Un)Ordnung, (Un)Sichtbarkeit und (Un)Gleichheit diskutieren drei verschiedene Gruppen in jeweils zwei Räumen parallel die unterschiedlichsten Netzwerksausprägungen. Dem Zuhörer bietet dies nicht nur die Wahl zwischen verschiedenen Vorträgen, sondern auch, über in die Räume projizierte Twitter-Walls aktiv zu einem Teil des Netzwerks zu werden“, so Jessica Trute. Durch die Möglichkeit, sich via Twitter einzubringen und zu interagieren, soll das Publikum stark miteinbezogen werden. Gleichzeitig besteht so die Möglichkeit, das Geschehen im anderen Raum mithilfe von Tweets mitzuverfolgen.

Das Programm bietet viele verschiedene Themen.

Das Programm bietet viele verschiedene Themen.

Thematisch wird in den Vorträgen einiges geboten: Es gibt beispielsweise Vorträge über Netzwerke in der Literatur, im Film, über die Stasi als Netzwerk oder darüber, wie der sogenannte IS soziale Netzwerke nutzt. Die meisten Vorträge werden von Studierenden selbst gehalten, außerdem werden in diesem Jahr zwei Gastredner anwesend sein: Dr. Sebastian Gießmann von der Universität Siegen, der besonders in der historischen Netzwerk-Forschung aktiv ist, wird in einem Keynote-Vortrag darüber sprechen, wie ein Netzwerk beschrieben werden kann. Abschließend zur Tagung wird Dr. Julian Müller von der LMU aus einem soziologischen Blickwinkel über die Plausibilität der Netzwerk-Metapher sprechen.

Wer sich für die Veranstaltung am 25.01. interessiert, sollte sich nicht scheuen, daran teilzunehmen. „Die Tagung ist öffentlich und richtet sich an alle, die sich für das Thema vernetzter Strukturen interessieren, ob im Rahmen ihres Studiums, ihres Berufes oder aber privat.“, so Jessica Trute. Besondere Vorkenntnisse oder eine Vorbereitung seien nicht nötig. Die Organisatoren freuen sich darauf, sich einen ganzen Tag mit der Thematik vernetzter Strukturen auseinander zu setzen und in Diskussionen und Vorträgen neue Perspektiven kennen zu lernen. Wer mehr Informationen über die Tagung erfahren möchte, findet diese hier, das Programm ist hier zu finden.

Charlotte Horsch

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