Wir schreiben München – schreibt mit!

Er fragt – Sie fragt

Sie fragt Ihn – Fußball

Unsere beiden Autoren eint ein Wunsch: Das andere Geschlecht zu verstehen. “Schnurzelburzel” und “Honigmäulchen” stellen sich in dieser unikaten Serie regelmäßig Fragen, deren Antworten die Gemütslagen, Vorstellungen und Gedankengänge des anderen Geschlechts erhellen sollen. Diese Woche:

„Warum steht ihr alle so auf Fußball?“

Liebes Honigmäulchen,

diese Frage ist so ein Klischee, dass es mich wundert, dass sie noch nicht gestellt wurde. Nein, nicht alle Männer sind verrückt nach Fußball, ja, auch Frauen überkommt das Fußballfieber. So sehr ich mich gegen Klischees sträube, muss ich allerdings zugeben: Fußball ist die schönste Nebensache der Welt! Du hast mich ertappt, ich bin einer dieser Ballverrückten, der nicht nur um 15:30 am Samstag an Fußball denkt, sondern sich jeden Tag mindestens ein paar Minuten (okay, eher Stunden) den Kopf darüber zerbricht, ob es nicht doch ein Fehler war, bei der WM 2006 Oliver Kahn auf die Bank zu setzen.

Die Frage, die sich aber stellt: Ist das so verwerflich? Oft musste ich mich bereits verteidigen, wieso ich schlecht gelaunt bin, wenn mein Team verliert. Es ist doch nur Fußball! So einfach ist das dann doch auch wieder nicht, und ich bin ja zum Glück nicht alleine mit dieser Meinung. Viele Gleichgesinnte, und ja es sind hauptsächlich Männer, leiden und triumphieren in gleicher Weise mit ihren Teams, wie ich es tue. Aus dem anfänglich stümperhaften Gekicke im 19. Jahrhundert, hat sich bis heute eine neue Kultur entwickelt – neben der des Theaters, der Malerei und dem Musizieren.

Es gibt doch wichtigeres als Fußball, oder?

Nun könnte man sagen, dass man doch lieber seine Zeit damit verbringen sollte, sich um wichtigere Dinge, wie den Weltfrieden und dem Klimawandel zu kümmern. Aber genau hier erfüllt der Fußball, und wahrscheinlich der Sport allgemein, eine seiner wichtigsten Funktionen: Ablenkung von der Tristheit des Alltags und dem Frust der sich selbstzerstörenden Menschheit. Fußball verbindet, unabhängig von Religion, Hautfarbe, Geschlecht und politischer Ausrichtung. Im ersten Weltkrieg spielten deutsche und französische Soldaten in einer kleinen Atempause zwischen den zermürbenden Kämpfen im Schützengraben ein wenig Fußball. Nicht des Fußballs willen, sondern der Ablenkung wegen.

Aber ich schweife ab. Du siehst, der Fußball bringt mich ins Schwärmen, liebes Honigmäulchen. Um das Thema zusammenzufassen: Es sind so viele nach diesem Sport verrückt, Männer und Frauen, weil es eben mehr als nur ein Sport ist, bei dem 22 Männer (oder auch Frauen) einem runden Gegenstand hinterherjagen. Es ist die Verbindung von Wettkampf und fairen Verhalten, Ästhetik und Willenskraft, Langeweile und Spannung, kurz: die schönste Nebensache der Welt!

Dein Schnurzelburzel

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.