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Weihnachten in den USA

Wenn das Krümelmonster am Christbaum hängt

Zumindest aus dem Fernsehen kennt eigentlich jeder die Weihnachtstraditionen der Vereinigten Staaten: Bunte Lichterketten, Rentiere und Santa Claus. Natürlich gehört das alles zu perfektem amerikanischen Weihnachten, allerdings gibt es auch ein paar Dinge, die man nicht unbedingt im Fernsehen zu sehen bekommt.

In Amerika werden die Weihnachtsdekorationen oft erst kurz vor oder manchmal sogar erst nach Thanksgiving (sprich: Ende November) ausgepackt, dann wird allerdings fleißig dekoriert. Die Filme, die wir alle kennen und lieben, lügen nicht. Die Dekorationen sind meist bunt, von einsamen Rentieren bis zu Santas gesamter Familie, begleitet von ein paar Weihnachtselfen, ist alles mit dabei. Manche Häuser sieht man hinter den ganzen Lichtern nicht mehr. Ein persönlicher Favorit: Im nahegelegenen Park gibt’s eine Weihnachtslichterausstellung. Bequem im Auto sitzend, die Heizung voll aufgedreht, kann man gemütlich mit Schritttempo an den hell erleuchteten Ausstellungsstücken vorbeifahren. Noch amerikanischer geht’s eigentlich gar nicht.

Ein Austellungsstück bei der Weihnachtslichterausstellung: Santa Claus auf dem Weg zur Bescherung.

Ein Austellungsstück bei der Weihnachtslichterausstellung: Santa Claus auf dem Weg zur Bescherung.

Lust auf einen thematisch gestalteten Weihnachtsbaum?

Im Radio laufen Weihnachtslieder, nur Weihnachtslieder, denn kurz vor Weihnachten tauchen plötzlich Radiosender auf, bei denen gar nichts anderes läuft. Natürlich ist für jeden Geschmack etwas dabei: Traditionelles, moderne Klassiker, und es darf auch „Last Christmas“ nicht fehlen. Da fühlt man sich dann gleich wie zu Hause.

Aber es gibt nicht nur Radiosender, die sich ganz auf Weihnachten spezialisieren. Rückt die Weihnachtszeit näher, ziehen in der Mall auf einmal Geschäfte ein, in denen es nur Weihnachtsdekorationen zu kaufen gibt. Und wir sprechen hier nicht von stinknormalen Christbaumkugeln und ein paar Strohsternen. In Amerika gibt es quasi nichts, das man nicht an seinen Baum hängen kann. Auch einer thematischen Gestaltung steht nichts im Wege. Lust auf einen Weihnachtsbaum mit Coca Cola Anhängern? Kein Problem. Oder lieber Figuren aus der Sesamstraße? Gibt es auch, natürlich auch gleich mit passenden Santa-Mützen auf dem Kopf und Geschenken in der Hand. Wer nicht ganz so experimentierfreudig ist, kann sich auch mit weniger auffälligen Ornamenten ausstatten. Trotzdem sind die meisten Weihnachtsbäume in Amerika doch ein bisschen bunter als die, die man in Deutschland im Wohnzimmer stehen hat.

Für Experimentierfreudige: Figuren aus der Sesamstraße für den Weihnachtsbaum.

Für Experimentierfreudige: Figuren aus der Sesamstraße für den Weihnachtsbaum.

Wenn man dann schon mal beim Einkaufen in der Mall ist und Lust hat, sich in einer Schlange einzureihen, die gefühlt einmal um die Erde reicht, kann man sich auch gleich noch mit Santa fotografieren lassen. Solche Fotos werden gerne auf Weihnachtskarten gedruckt, die dann an das gesamte Adressbuch verschickt werden. Mit den Karten, die man selbst zugeschickt bekommt, wird im Wohnzimmer die Wand dekoriert.

Außerdem darf ein „Stocking“ nicht fehlen, also ein riesengroßer Strumpf, liebevoll verziert und mit dem Namen des Besitzers versehen. Der wird meist an den Kamin gehängt und dann von Santa (hoffentlich) großzügig gefüllt, wenn er an Weihnachten den Kamin herunterrutscht.

New York: Besonders in der Weihnachtszeit eine Reise wert

Ein beliebtes Ziel in New York: Die Eisbahn am Rockefeller Center.

Ein beliebtes Ziel in New York: Die Eisbahn am Rockefeller Center.

Was manche Deutsche in den USA vielleicht vermissen würden, sind Klassiker wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, die man hierzulande fast gar nicht verpassen kann, weil sie so oft im Fernsehen laufen. Wenn man allerdings eh nicht mit farbenfrohen Plätzchen vorm Fernseher sitzen will, kann man auch eine Reise tun. New York, zum Beispiel, ist besonders in der Weihnachtszeit einen Besuch wert. Vor größeren Menschenmassen sollte man in diesem Fall aber keine Angst haben. Zum berühmten Weihnachtsbaum am Rockefeller Center muss man sich durchdrücken, um die Eisbahn daneben tummeln sich die Menschen. Da ist es nur gut, dass man trotzdem alles recht gut sehen kann, weil in Amerika einfach alles eine Nummer größer ist als anderswo.

Wenn in Deutschland am 24. Dezember endlich der Weihnachtsmann oder das Christkind kommt, ist in Amerika noch „Christmas Eve“. Das eigentliche Weihnachtsfest findet, wie viele wissen, erst am 25. Dezember statt. Am Weihnachtsabend werden Kekse und Milch für Santa bereitgestellt und für seine Rentiere gibt’s eine Handvoll Karotten. Der Kamin wird vorsichtshalber ausgemacht, damit sich Santa den Hintern nicht verbrennt.

Die Dekorationen in New York sind etwas größer und bunter als die, die man aus Deutschland kennt.

Die Dekorationen in New York sind etwas größer und bunter als die, die man aus Deutschland kennt.

Die Geschenke werden am nächsten Morgen ausgepackt und wenn Kinder im Haus sind und diese besonders früh wach sind, passiert das noch bevor die Sonne überhaupt aufgegangen ist. Der Rest des Tages wird mit der Familie (und den brandneuen Geschenken) verbracht und am Abend rollt man fix und fertig in Richtung Bett. Das liegt allerdings nicht nur am Schlafmangel, sondern auch daran, dass man sich den ganzen Tag Essen in den Mund geschoben hat, so wie sich das an Weihnachten gehört.

Die Weihnachtszeit ist in Amerika vielleicht ein bisschen bunter und nicht ganz so besinnlich, wie man es von daheim gewöhnt ist, aber anders ist ja nicht gleich schlechter. Und wenn einen das Krümelmonster vom Weihnachtsbaum aus anlächelt, kann man eigentlich gar nicht in schlechter Stimmung sein.

Claudia Schmidhuber

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