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Heidelberg – Die Stadt der Romantik

Tagesauflug nach Heidelberg

„Wie von Göttern gesandt, fesselt‘ ein Zauber einst

Auf die Brücke mich an, da ich vorüber ging,

Und herein in die Berge

Mir die reizende Ferne schien“

Heidelberg besitzt tatsächlich etwas Zauberhaftes, welches seine Besucher in den Bann zieht. Schon damals lockte die romantische Stadt viele Dichter und Denker, wie Hölderlin, Eichendorff oder Goethe an. Diese haben sich dann auf dem „Naturbalkon“ des Philosophenwegs inspirieren lassen und den Anblick der Stadt als Quelle für neue Gedanken genutzt. Der Philosophenweg bietet ein Ausblick auf die Altstadt und das Schloss Heidelbergs. Auch heute zieht es Menschen aus ganzer Welt an, die Stadt am Neckar zu besuchen.

Heidelberger Weihnachtsmarkt

Vor allem zur Adventszeit ist ein Ausflug empfehlenswert, wenn die Stadt in Weihnachtslichtern erstrahlt und man von einem Stand zum Anderen schlendern kann. Der Heidelberger Weihnachtsmarkt erstreckt sich über die ganze Altstadt. Der Beginn macht der Bismarckplatz. Hier beginnt gleichzeitig auch die Fußgängerzone, die zu den längsten Fußgängerzonen Europas gehört. Sie führt also nicht nur an allen begehrten Einkaufsläden vorbei, sondern auch an alle Teile des Weihnachtsmarktes.

Fußgängerzone Heidelberg

Fußgängerzone Heidelberg

Der größte Teil des Weihnachtsmarktes befindet sich auf dem Universitätsplatz. Hier findet man alles, was das Herz begehrt: Essen, Schmuck, Weihnachtsdekoration und nochmal Essen. Alle, die noch nicht genug haben, können sich dann auf dem historischen Kinderkarussell vergnügen. Die Hauptstraße weiter gelangt man dann zum Marktplatz. Er befindet sich im Herzen der Stadt und ist der ältesten Platz Heidelbergs. Hier befindet sich die Heiliggeistkirche und ein weiterer Teil des Weihnachtsmarktes mit der berühmten Weihnachtspyramide. Sie ist das Wahrzeichen des Heidelberger Weihnachtsmarktes und in ihr drehen sich Holzfiguren der Heidelberger Geschichte.

Heiliggeistkirche und Weihnachtspyramide auf dem Marktplatz

Heiliggeistkirche und Weihnachtspyramide auf dem Marktplatz

Eine Stadt zum Verlieben

Nicht weit von der Heiliggeistkirche befindet sich der Heidelberger Studentenkuß, die älteste Chocolaterie Heidelbergs, und das Café Knösel. 1863 gegründet, wurde das Café vor allem Treffpunkt junger Damen. Jedoch durften sich die Mädchen der vornehmen Pensionate nur in Begleitung ihrer strengen Gouvernanten aufhalten. Viele Studenten wurden schnell auf die schönen Mädchen aufmerksam. Friedrich Knösel erfand deshalb den Studentenkuß, eine Praline gefüllt mit einer Nougat-Schokoladenfüllung auf einem Waffelboden, umhüllt von einer Zartbitter Kouvertüre. Die Mädchen erhielten somit nicht nur eine kleine Aufmerksamkeit ihrer Verehrer, sondern meist auch eine geheime Botschaft, die sich auf der Verpackung befand. Der Studentenkuß wird bis heute noch nach Originalrezept hergestellt und eignet sich als schönes Mitbringsel. Wer weiß, vielleicht bekommt der ein oder andere ja einen Kuss zurück.

Die Chocolaterie Studentenkuß

Die Chocolaterie Studentenkuß

Ein perfekter Ort hierfür wäre zudem auch nicht weit weg: Denn nur wenige Meter Richtung Neckar gelangt man zur Alten Brücke. Die von Kurfürst Karl Theodor erbaute Brücke hatte bereits acht Vorgängerinnen an dieser Stelle, die jedoch immer wieder zerstört wurden. Man gelangt durch das mittelalterliche Brückentor auf die Brücke, das damals noch zur Stadtmauer gehörte.

Der Brückenaffe auf der Alten Brücke

Der Brückenaffe auf der Alten Brücke

Links davon befindet sich der Brückenaffe, der bei Touristen sehr beliebt für Fotos ist. Der Affe hält einen Spiegel in seiner linken Hand, welcher Eitelkeit symbolisieren soll. Mit der rechten Hand streckt er den Zeigefinger und den kleinen Finger aus, dies bedeutet die Abwendung des bösen Blicks. Streicht man über den Spiegel, bringt das Wohlstand. Streicht man über die ausgestreckten Finger, kehrt man nach Heidelberg zurück. Mit Sicherheit ist beides zu empfehlen.

Heidelberg hat viel zu bieten, aber nichts steht wohl so sehr für die Stadt der Romantik, wie das Heidelberger Schloss. Obwohl der Weg zum Schloss sehr steil ist und die zehn Minuten auch unendlich erscheinen können, lohnt es sich umso mehr. Für diejenigen, die sich auf dem Weihnachtsmarkt aber schon den Bauch vollgeschlagen haben, besteht auch die Möglichkeit mit der Bergbahn hoch zu fahren. Auf dem Schloss angekommen, erwartet einen dann ein fantastisches Panorama von Heidelberg, mit Blick auf die Altstadt, die Alte Brücke und den Philosophenweg auf der anderen Neckarseite.

Ausblick vom Schloss

Ausblick vom Schloss

Das Heidelberger Schloss bietet außerdem Veranstaltungen an, wie zum Beispiel die Schlossfestspiele. Im Sommer wird die Schlossruine Kulisse für Theaterstücke und Konzerte. Begonnen hat die Tradition 1926 mit einer Inszenierung von Shakespears Sommernachtstraum. Ein weiteres Highlight der Stadt, ist die Schlossbeleuchtung. Dreimal im Jahr erleuchtet das Schloss in rotem Licht. Den besten Blick auf das Schlossfeuerwerk hat man vom Philosophenweg aus. Ob Tagesausflug oder Wochentrip, Heidelberg ist immer und immer wieder eine gute Idee. Es gibt viel zu entdecken und das Ambiente der Stadt hat etwas ganz besonderes, dass man einfach mal erleben sollte.

Aida Yohannes

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