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Klingt irgendwie different

Sarah Sophie im Bandinterview

Man nehme: Eine junge Singer-Songwriterin mit angenehmer Stimme, einen Gitarristen mit Musikerfahrung und einen talentierten Beatboxer. Was herauskommt ist eine originelle Band, die verschiedene Elemente gekonnt vereint – auch wenn das Konzept zunächst ungewöhnlich klingen mag: Eine Singer-Songwriterin gemeinsam mit einem Beatboxer auf der Bühne? Bei dem ein oder anderen kommt da erst mal Skepsis auf: „So Clubs und Radiosender haben erst oft so gefragt: Hmm…. willst du nicht lieber alleine kommen? Wir wissen nicht, ob das so passt…„, erzählt Sängerin Sarah der Band Sarah Sophie in unserem Interview. „Aber am Ende waren sie dann eigentlich wirklich immer überzeugt.“

Dabei kam Sarah eher zufällig zu der Idee, als Sängerin gemeinsam mit einem Beatboxer aufzutreten. „Eigentlich hatte ich vor, Schauspielerin zu werden.“, erzählt sie. „Aber während eines Musiktheater-Projekts habe ich dann angefangen, eigene Lieder zu schreiben. Einer meiner Schauspielkollegen hat dann mal dazu gebeatboxt und ich fand das so cool, unterschiedliche Musikstile zu vermischen. Es war dann eigentlich durchgehend mein Wunsch, nicht das klassische Bandding mit Schlagzeuger zu haben, sondern stattdessen lieber die Beatbox.“

Sarah Sophie - Singer-Songwriterin aus München (C) Stefan Klitzsch

Sarah Sophie – Singer-Songwriterin aus München (C) Stefan Klitzsch

Bei ihren ersten Konzerten steht sie noch als Solokünstlerin auf der Bühne, mittlerweile wird Sarah dabei von einem Gitarristen und natürlich einem Beatboxer musikalisch unterstützt – seit Neuestem ist außerdem eine Bassistin dabei. Am 1. Mai 2015 hat die Band ihr erstes Album different veröffentlicht, das Sarah als „sehr poppig“ beschreibt: „Die CD geht auf jeden Fall in Richtung Pop. Aber ich möchte uns ungerne in eine Schublade stecken. Wir experimentieren viel herum, ich möchte uns deswegen nicht so eingrenzen.“ Dass die Beatbox auch weiterhin fester Bestandteil der Band bleiben wird, steht außer Frage: „Das ist natürlich was spezielles. Klar kann man sagen: Wow, die Sängerin hat ja ne tolle Stimme. Aber so was hört man halt öfters. Son Beatboxer, der zeigt, was er alles kann – das passiert selten. Da ist es sehr verständlich, dass die Leute das cool finden.“ Und das zeigt sich auch bei den Auftritten der Band:

„Der Beatboxer kriegt bei unseren Konzerten den lautesten Applaus, da flippen die Leute richtig aus.“

Auch bei den Songs arbeitet die Band zusammen, wobei die Grundstruktur nach wie vor von Sarah stammt: „Der Text ist quasi zu hundert Prozent von mir, die Klavierbegleitung auch. Aber ich arbeite auch eng mit unserem Gitarristen zusammen, der auch viele Ideen mitreinbringt.“ Die meisten ihrer Songs handeln vom Thema Liebe. „Da werd ich schon immer von meinen Bandkollegen verarscht.“, grinst Sarah und erzählt weiter: „Ich schreib ja nicht grundlos, sondern es gibt immer einen privaten Auslöser.“ Die Inspiration für ihre Texte findet sie jedoch nicht nur im eigenen Leben, sondern auch allgemein in Alltagssituationen: „Ich komm ja aus dem Schauspielbereich, da lernt man zu beobachten. Das Wichtigste ist, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und zu sehen, was so passiert. Wenn  mich etwas so sehr beschäftigt, dass ich denke: „Darüber muss ich jetzt schreiben!“, dann kommt das eine zum anderen.“

Sarah Sophie bezeichnet ihre Musik liebevoll als "Mischmasch" - "different" heißt das erste Album der Band (C) Stefan Klitzsch

Singer-Songwriter trifft auf Beatbox – Sarah selbst bezeichnet die Musik liebevoll als Mischmasch unterschiedlicher Stile (C) Stefan Klitzsch

Nach der Veröffentlichung ihres Albums stehen für die Band nun in erster Linie Konzerte an – am 3. Juli treten sie auf dem Uni-Sommerfest auf, am 21. August stehen sie auf der Theatron-Bühne, anschließend geht es dann für Sarah und ihre Bandkollegen auch mal weg von München. Für die kommenden Monate sind unter anderem Konzerte in Hamburg, Köln und Leipzig geplant – laut Sarah eine willkommene Abwechslung: „Wir wollen uns auch mal aus München rausbewegen. Irgendwann kennt man es halt und die Leute kennen einen auch. Dann ist es auch mal schön, neue Leute und neue Städte zu erreichen und zu schauen: Wie kommts da an?“ Insgesamt blickt sie der kommenden Zeit zuversichtlich entgegen:

„Wir haben alle Zeit und Bock, Energie in dieses Projekt zu stecken. Von daher hoffe ich, dass wir weiterhin das machen, was uns Spaß macht, und Lust haben, zusammen zu spielen. Das ist das Wichtigste.“

Cosima Schenk

 

 

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