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Er fragt – Sie fragt

Sie fragt ihn – Gefühle oder Strategie?

Unsere beiden Autoren eint ein Wunsch: Das andere Geschlecht zu verstehen. “Schnurzelburzel” und “Honigmäulchen” stellen sich in dieser unikaten Serie regelmäßig Fragen, deren Antworten die Gemütslagen, Vorstellungen und Gedankengänge des anderen Geschlechts erhellen sollen. Diese Woche:

„Daten Männer nach Gefühl oder steckt Strategie dahinter?“

Nun gut, Honigmäulchen, um deine Frage zu beantworten, möchte ich dir einen Schwank aus meinem Leben erzählen: Von meinem großen Bruder habe ich, nachdem die vermeintliche Liebe meines Lebens einfach nichts von mir wollte, folgenden Tipp bekommen: „Ignoriere die dumme Kuh einfach und sei nicht immer so nett.“ Und ich dachte mir: „Wieso? Ich liebe sie doch und wenn sie mich um etwas bittet, dann mache ich das auch. Ich würde fast alles für sie tun.“ Genau da liegt der Fehler:

„Im Unbekannten liegt der Reiz: Was sie schon hat, das will sie nicht mehr. Mach dich interessant! Sag‘ nicht immer alles!“

Zugegeben, der Rat meines Bruders überzeugte mich zuerst nicht wirklich und er war schon gar nicht einfach auszuführen, aber kaum hatte ich ihn wirklich eine Zeit lang erfolgreich befolgt, veränderte sich die Art, wie meine Auserwählte mich behandelte, tatsächlich. Plötzlich schien ich interessanter geworden zu sein, und das nur deshalb, weil ich nicht mehr überfreundlich war und nicht auf jedes „Sollen wir was machen?“ sofort ansprang.

Ein weiterer Pluspunkt war, dass dieses Schema auch bei den Frauen funktionierte, die danach kamen. Bei manchen fiel es mir sogar leichter, weil ich nicht sehr viel für sie empfand und besser den Unnahbaren spielen konnte, ohne, dass ich mich zu schlecht fühlte. Ich war nie gemein zu den Frauen, aber man spürt als Mann ja auch, was eine Frau hören will und wenn man auf ein „Soll ich jetzt wirklich noch ein Dessert essen?“ ein trockenes „Besser nicht“ plus schelmischen Grinser zurückgibt, dann braucht es ein gewisses Maß an Selbstbeherrschung, damit man nicht aus seiner Rolle fällt und ein „Nein, war nur ein Scherz“ nachreicht.

Also ja, Honigmäulchen, in der Regel haben Männer eine Taktik, die sie befolgen, um sich für die Frauen interessanter zu machen. In meinem Leben sind mir schon Hunderte von Theorien unter die Nase gekommen, von unzähligen Typen, die meinen, das Geheimrezept zu kennen, um einfach JEDE Frau rumzukriegen. Einige Beispiele gefällig?

  • Trenne deine Frau im Club von ihren Freunden. Allein lässt sie sich viel mehr auf dich ein.
  • Sage ihr eine Beleidigung, die als Kompliment verpackt ist. Zum Beispiel: Du siehst heute in diesem Kleid richtig schlank aus. Das untergräbt ihr Selbstbewusstsein.
  • Ignoriere deine Auserwählte den ganzen Abend. Das macht sie neugierig. Irgendwann erkundigt sie sich, warum du sie nicht leiden kannst und dann erzählst du ihr etwas, das sie besänftigt, aber nicht komplett beruhigt. Keep the mystery going!
  • Koche für sie. Darauf steht jede Frau. Solltest halt kochen können. Sonst tut es der Lieferdienst auch. Die Absicht zählt.
  • Mache erst auf hart. Und dann vertraue ihr an, dass dein bester Freund Beziehungsprobleme hat und du nicht weißt, wie du ihm helfen sollst. Das zeigt, dass du sensibel bist, es aber nicht gerne zeigst.
  • Sage einfach gar nichts. Wenn du gut tanzen kannst, dann läuft’s immer wie am Schnürchen.

Um dich jetzt nicht ganz zu desillusionieren, Honigmäulchen. Wir reden hier vom Kennenlernen und der Anfangsphase des Datens. Wenn für den Mann klar wird, sie könnte die Richtige für eine ernsthafte Beziehung sein, dann ist es nicht nur Strategie. Mann möchte sich doch auch fallen lassen können und nicht immer grübeln müssen, was er jetzt sagen sollte, damit er der Rolle gerecht wird, die er sich aufgebaut hat. Solche Strategien sind anstrengend und zermürben einen auf Dauer. Jeder Mann möchte sich nach einem harten Arbeitstag am Abend doch einfach nur neben seine Liebste legen und sich zu Hause fühlen.

Dein Schnurzelburzel

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