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Alternativ unterwegs

Eine Tour durch die Münchner Ökoszene – aber mal richtig!

Alternativ sein: Das kann jeder. Oft fehlen einem aber die Infos dazu. Wo ist der nächste Bio-Supermarkt, wo kann ich „alternativ ausgehen“, so wie ich es mir wünsche und lande am Schluss nicht wieder in irgendeinem Standard-Schuppen und gibt es auch alternative öffentliche Räume? Die Münchner Studenten Amelie Bauer und Fabian Lieke haben alle Facts über „Alternativ unterwegs“ in München in ein Buch gepackt und verkaufen ihren Stadtführer ab dem 18. Juli für 15 Euro. Im folgenden Interview stellen sich die beiden genauer vor.

Die Macher von "Alternativ unterwegs": Amelie Bauer und Fabian Lieke, (c) Alina Kroos

Die Macher von „Alternativ unterwegs“: Amelie Bauer und Fabian Lieke, (c) Alina Kroos

Die Standard-Frage zum Anfang: Wie seid ihr darauf gekommen, „Alternativ unterwegs in München“ zu gründen?

„Unser Stadtführer „Alternativ unterwegs“ ist der erste ökologisch-alternative für München seiner Art und wird seit Mitte 2013 von einer ehrenamtlichen Redaktion geschrieben. Mittlerweile befinden wir uns im Endspurt, das Buch wird Anfang Juli 2015 erscheinen. Auf die Idee gekommen sind wir, Amelie Bauer, Fabian Lieke. Nach vielen gemeinsamen engagierten Jahren in der Münchner Ökoszene stellten wir fest, dass es an ökologischen oder alternativen Angeboten nicht mangelt, aber diese leider zu wenig Öffentlichkeit bekommen.“

Was unterscheidet euren von anderen Stadtführern für München?

„Wir wollen die ganze Breite des alternativen und ökologischen Spektrums in München abdecken. Von Einkaufen und Ausgehen bis hin zu Münchner Initiativen oder alternativen Bildungsangeboten. „Alternativ unterwegs“ ist weit mehr als ein Konsumführer, sondern ein Buch, das zum Mitmachen und Engagieren motivieren will. Aus diesem Grund gibt es in „Alternativ unterwegs“ auch Interviews mit engagierten MüncherInnen. Wir sprechen mit Menschen, die sich für ein besseres und lebenswerteres München einsetzen. Sie erzählen von ihrer Motivation, aber von Problemen und Konflikten in der Stadt.“

Was ist eure Motivation?

„Wir wollten einen Stadtführer schaffen, der nicht nur die neuesten Restaurants und historischen Anekdoten abfeiert. Wir möchten etwas über die Stadt und die Orte erzählen, die wir selbst spannend finden. Es war uns immer wichtig, sehr persönlich und ehrlich zu schreiben. Bei uns gibt es deshalb auch kein Pflichtprogramm oder Checklisten – denn unsere Leser können am besten entscheiden, welche unserer persönlichen Tipps sie interessieren.“

„Alternativ“ – bei dem Wort denken viele vielleicht erst einmal an ein Kompostklo und eine Gemeinschaftskasse, um es überspitzt auszudrücken. Was ist für euch „alternativ“?

„Grundsätzlich war uns wichtig, dass es ein ökologisches oder soziales Engagement gibt, das über gesetzliche Mindeststandards hinausgeht. Aber auch, wer sich für ein besseres München einsetzt, hat eine Nennung verdient. Zudem interessierten wir uns für alles, was vom Aussterben bedroht ist.“

„Große Ketten oder Konzerne nennen wir nicht, denn die brauchen uns nicht“

So stellen sich viele den "typischen alternativen Menschen" vor

So stellen sich viele den „typischen alternativen Menschen“ vor

In eurer Rubrik „Alternativ unterwegs in München“ habt ihr bereits viele alternative Orte entdeckt. Ist München da trotzdem noch ausbaufähig?

Tatsächlich ist München sehr viel besser und weiter, als viele denken. Es gibt wirklich viele Angebote – nicht umsonst ist mit 336 Seiten am Ende ein richtig dickes Buch entstanden.

Man hört viele immer über München und Berlin streiten. Berlin sei beispielsweise viel alternativer und lässiger, als das spießige und unfreundliche München. Wie seht ihr das?

„Solche Streitigkeiten spielen für uns keine Rolle. Unsere Redaktion eint da auch eine gewisse Liebe zu München, wenn gleich wir nicht alle aus München stammen. Sicherlich ist München in einigen Beziehungen speziell, aber bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement haben in dieser Stadt einen festen Platz eingenommen. Es gibt wirklich viele Menschen, die sich für ein lebenswerteres München einsetzen, über die wollen wir berichten und damit unterstützen. Was in Berlin passiert, ist uns dabei ziemlich egal.“

„Alternativ sein“ – ist das vielleicht auch für viele junge Leute mehr nur „ein Trend“? Schließlich sind Themen, wie „vegane Ernährung“, „Öko-Mode“ oder „Bio-Produkte“ speziell bei Jugendlichen viel attraktiver und präsenter geworden als noch vor ein paar Jahren.

„Uns war es wichtig, ein Buch über all das zu machen, was einen ökologischen oder sozialen Mehrwert für München schafft. Wir wollen zeigen, dass alternative Lebensstile oder Engagement nicht nur nachhaltig und wichtig, sondern auch sehr lässig sind und Freude machen. Ob diese Dinge gerade im Trend sind oder nicht, hat da tatsächlich eine untergeordnete Rolle gespielt. Dennoch bin ich mir sicher, dass die allermeisten in „Alternativ unterwegs“ noch sehr viel Neues entdecken werden. Und darum soll es auch gehen: In der Stadt unterwegs sein, Neues entdecken und München damit ein klein bisschen besser machen. Dabei ist es völlig egal, warum oder wie lange du dich für „Alternativ sein“ interessierst.“

Alternativ sein = Bio/Öko Sein?

Alternativ sein = Bio/Öko Sein?

Was sind eure kommenden Projekte und Pläne?

„Alle Konzentration liegt gerade im Buchrelease, der jetzt mit großen Schritten näher kommt. Was danach passiert, werden wir noch entscheiden. Auf jeden Fall werden wir auf unserem Blog (www.alternativ-unterwegs.de) weiterhin über Spannendes und Neuartiges aus dem alternativen München berichten. Klar ist aber auch, dass „Alternativ unterwegs“ nicht unser letztes Projekt sein soll.“

Daniela Rothgang

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