Wir schreiben München – schreibt mit!

Er fragt – Sie fragt

Sie fragt ihn – Missverständnisse

Unsere beiden Autoren eint ein Wunsch: Das andere Geschlecht zu verstehen. “Schnurzelburzel” und “Honigmäulchen” stellen sich in dieser unikaten Serie regelmäßig Fragen, deren Antworten die Gemütslagen, Vorstellungen und Gedankengänge des anderen Geschlechts erhellen sollen. Diese Woche:

Nonverbale Kommunikation oder was beim Schreiben alles falsch verstanden werden kann

Ach Honigmäulchen,

es ist ein ewiges Dilemma! Nonverbale Kommunikation über Whatsapp, Facebook & Co.! Ich glaube, das ist einer der größten Nachteile an all diesen Dingen! Warum? Ganz einfach: Weder Ironie, noch Sarkasmus oder gar Humor funktionieren.

Leider (so finde ich zumindest) fangen heute nahezu alle Bekanntschaften in irgendeiner Weise online an. Und damit meine ich jetzt nicht irgendwelche Flirt-Seiten oder Apps. Nein, selbst wenn ich jemanden im wirklichen Leben kennengelernt habe, sei es in der Uni, bei der Arbeit, beim Sport oder abends beim Weggehen, irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man sich verabschiedet und – wenn es gut gelaufen ist – Telefonnummern austauscht. Und wenn man dann die schwierige Phase des ersten Meldens überwunden hat, geht’s los. Man schreibt den lieben langen Tag über alles un- und mögliche und lernt sich so besser kennen. Das hat den Vorteil, dass es einfacher ist und weniger Überwindung kostet, als ein persönliches Gespräch. Nachts und übers Handy lassen sich mit nahezu Unbekannten persönliche Gespräche führen, das ist höchst erstaunlich!

Aber es gibt leider auch Nachteile. Denn wenn ich nun eine Weile in Kontakt mit jemandem stehe, geht es irgendwann im eigenen Kopf um die Frage: „Könnte da mehr sein? Will ich/sie mehr?“.

Im persönlichen Gespräch könnte man sagen: „Schau dir die Körpersprache an.“ 

Im Falle der Online-Kommunikation kann man nur interpretieren. Aber wie kann Frau Männer-Nachrichten richtig interpretieren? Nun, das ist gar nicht so einfach, da gebe ich dir recht! Viele Männer sind schriftlich einfach nicht sehr gesprächig. Da entsteht leicht der Eindruck, dass der Kerl stoffelig und uninteressiert ist. Aber wahrscheinlich ist er das gar nicht. Denn eines ist sicher: Jeder, der dir antwortet, ist nicht komplett abgeneigt. Und wenn er dann noch von sich erzählt oder dich etwas fragt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Ich habe lange überlegt, was ich dir, liebes Honigmäulchen, jetzt raten kann. Und ich glaube am besten ist:

„Weniger interpretieren, mehr lesen.“

Was da geschrieben steht, das steht da geschrieben. Und mehr erst mal nicht. Denn auch wenn sich vieles in der Hinsicht verändert hat, ist doch eines relativ gleich geblieben: Er muss ran und den ersten Schritt machen. Und er weiß das. Das heißt, wenn er mehr will, wird er dir das sagen, manche früher, manche später. Und wenn er gar nicht in die Puschen kommt, kannst du ihm ja ein bisschen auf die Sprünge helfen. Wenn er dann den Wink immer noch nicht verstanden hat, will er entweder wirklich nichts von dir, will nur dein platonischer Schreibfreund sein (so etwas soll es geben?!) oder er versteht es einfach nicht. Und so jemandem sollte man dann doch auch keine Träne nachweinen, oder?

Achja, hast du das tolle Wetter draußen gesehen? Das wäre doch perfekt, um endlich mal wieder mit einem Eis durch den Englischen Garten zu spazieren! Wir verstehen uns, oder?

Liebe Grüße,

dein Schnurzelburzel

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