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Er fragt – Sie fragt

Sie fragt ihn – Beziehungsweise

Unsere beiden Autoren eint ein Wunsch: Das andere Geschlecht zu verstehen. „Schnurzelburzel“ und „Honigmäulchen“ stellen sich in dieser unikaten Serie regelmäßig Fragen, deren Antworten die Gemütslagen, Vorstellungen und Gedankengänge des anderen Geschlechts erhellen sollen. Diese Woche:

“Wollen Männer ernsthafte Beziehungen oder einfach nur ihren Spaß?”

Mein Honigmäulchen, die Wahl zwischen Beziehung oder einfach nur Spaß haben ist in Wirklichkeit eine Entscheidung, die die meisten meiner Artgenossen eigentlich gar nicht in der eigenen Hand haben. Ich werde uns Männern natürlich nicht mit dem Dolch in den Rücken fallen, aber wenn wir ehrlich sind, kann nicht jeder Mann ohne weiteres beeinflussen, bei welcher der beiden Optionen er letztlich landet.

Die Antwort auf die Frage Beziehung oder Spaß hängt viel mehr damit zusammen, ob man als Mann überhaupt die Möglichkeit hat, nur reinen Spaß zu haben, also ob man a) regelmäßig unverbindliche Eroberungen vorweisen kann oder b) ohne eine feste Beziehung vereinsamt, da man nur sehr selten oder gar nicht in der Lage ist, mit einer Frau nur Spaß zu haben.

Auch wir Männer haben das Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung. Auf der anderen Seite ist da aber auch das sexuelle Bedürfnis, was nun mal – Hand auf’s Herz, Spotzal – auch nicht den ganzen Tag lang alleine ausgelebt werden möchte.

Nüchtern betrachtet haben Beziehungen den Vorteil, dass quasi zu jedem Zeitpunkt ohne Aufwand an Zuneigung und Sex gelangt werden kann. Ob beide Aspekte in einer Beziehung intensiver empfunden werden, da ein höheres Maß an Vertrauen, sowie Geborgenheit gegeben ist, ist durchaus streitbar, klingt aber plausibel.

Mit einer guten Beziehung ist aber auch viel Arbeit und Zeit verbunden. Außerdem braucht man in der Regel erst einmal ein gewisses Maß an Erfahrung bis man in der Lage ist, eine gute partnerschaftliche Beziehung zu führen. Und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Lieber keine als eine schlechte Beziehung, das ist die Divise, die sich viele Studenten denken. Für uns Jungs heißt das dann lieber ein paar mal weniger im Monat, als den gesamten Monat jemanden an der Backe zu haben, der dann eh nur die ganze Zeit Stress und Arbeit macht.

Ja und dann spielt da plötzlich noch dieser andere, wichtige Faktor mit: Wir sind auf Party A bis Z vertreten, vom riesigen Geburtstag im Maßmann-Wohnheim bis hin zu dieser einen legendären Hausparty an der Donnersberger Brücke, wir sind dabei. Alle süßen Studentinnen dieser Welt scheinen zum Greifen nah, warum nur eine, wenn wir euch alle wunderschönen Hasen haben könnten?

Nun, das Konzept klingt plausibel. Keine Verpflichtungen, deutlich mehr Zeit für sich selbst, wechselnde Mädels und damit einhergehend auch viele verschiedene Erfahrungen. Das dürfte das Vertrauen, das an partnerschaftlicher Nähe so gelobt wird unter Umständen mehr als nur wegmachen. Gäbe es da nicht den einen Haken: Ihr Mädels sitzt bei der Wahl, ob was läuft oder nicht, immer am längeren Hebel. Im Gegensatz zu euch können wir im Notfall nicht einfach mit dem Finger schnippen und dann ist da schon irgendjemand, den wir mit nach Hause nehmen können. Nein, wir müssen euch umgarnen, euch unsere Vorzüge zeigen und euch irgendwie schmackhaft machen, dass es sich definitiv lohnen würde, entweder noch heute Nacht oder in naher Zukunft die Bettdecke mit uns für ein paar Stunden zu teilen. So läuft das Spiel. Aber wer sagt überhaupt, dass wir mitspielen dürfen?

Die ganz wilde Phase haben die meisten Männer übrigens nur anfangs. Je länger man sich auf dieser Stufe aufhält, desto näher kommt man an den Punkt, an den man nicht mehr mit jedem x-beliebigen Mädchen Spaß hat, sondern selbst für reinen Sex seine Ansprüche an das weibliche Gegenüber erhöht. Hierbei vergessen leider viele von uns das, nach dem wir uns alle doch insgeheim sehnen: Eine wunderschöne partnerschaftliche Beziehung.

Sobald wir uns mal ausgetobt haben, ändert sich unser männliches Bedürfnis nach Spaß auf Beziehung um. Der Zeitpunkt, wann in den Zwanzigern dieser Wandel einsetzt, ist allerdings alles andere als einfach für euch zu erkennen. Denn oft erkennen wir ihn selbst nicht. Spätestens aber, wenn endlich das eine Mädel am Haken ist, die echt was taugt.

Beste Grüße

Schurzelburzel

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