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Winterblues

Januar: Der Montag des Jahres?

„Der Januar ist der Montag des Jahres“, las ich neulich und musste schmunzeln. Vielleicht zum ersten Mal an diesem Tag, hatte ich mich doch so widerwillig aus dem Bett gequält und es gerade so in meine Jogginghose und den XXL-Hoodie geschafft. Nein, der Januar und ich, wir werden keine Freunde. Wir waren es auch noch nie. Der Januar ist grau, trist und kalt. Er scheint gefühlte Ewigkeiten zu dauern und am Ende erwarten uns Studenten als krönender Abschluss noch die Klausuren.

Warum ist der Januar eigentlich so ein ungemütlicher Monat? Ganz einfach: Im November und Dezember finden wir die Kälte noch irgendwie gemütlich. Endlich mal wieder bei Kerzenschein ein Buch lesen, entspannt ein Bad nehmen. Dazu können wir unser Zuhause noch schön weihnachtlich schmücken, uns auf dem Christkindlmarkt die Zehen abfrieren und uns auf die freien Tage am Ende des Jahres freuen.

Wirklich entscheidend ist nur der Blickwinkel

Wirklich entscheidend ist nur der Blickwinkel

Mit dem Feuerwerk an Silvester heißt es dann aber: zurück in den Alltag. Und das mit voller Wucht. Plötzlich fallen einem die scheinbar unzähligen Uni-Aufgaben ein, die man über die Ferien erledigen sollte. Und für die Klausuren sollte man am besten auch noch lernen. Abgabefristen jagen einander, doch die Serie, die man in den Weihnachtsferien zu gucken begonnen hat, erscheint viel attraktiver! Hinzu möchte man noch Sport machen, denn die an Weihnachten angefutterten Kilos müssen ja irgendwie wieder runtertrainiert werden. Und der gute Vorsatz, doch endlich mal was für die Bikinifigur zu tun, muss doch zumindest im ersten Monat des Jahres eingehalten werden. Während wir uns also zur Weihnachtszeit die Bäuche vollschlagen und gemütlich eingekuschelt vor uns hinlümmeln, versuchen wir es im Januar mit gesunder Ernährung, woran wir aber kläglich scheitern, da ja noch der ein oder andere Schoko-Nikolaus in greifbarer Nähe liegt. Die nette Weihnachtsdeko verschwindet wieder im Schrank, die kuscheligen Winterpullover hat man mittlerweile auch schon oft genug getragen, durch das Waschen werden sie so langsam kratzig.

Ja, der Januar vereint für mich fast nur negative Eigenschaften. Deshalb habe ich mir hier als Eigentherapie ein paar positive Januar-Merkmale herausgesucht. Vielleicht ist ja für die einen oder anderen Opfer des Winterblues etwas dabei:

Im Januar bleiben wir von nervenden Mücken verschont

Einen Sonnenstich zu bekommen, ist sehr unwahrscheinlich

Bis wir die angestrebte Bikinifigur zeigen müssen, ist es noch seeehr lange hin

Wintersportfans können den Monat zum ausgedehnten Ski- oder Snowboardfahren nutzen

Man glaubt es kaum, doch langsam aber sicher werden die Tage wieder länger

Die Urlaubsbilder aus dem letzten Sommer sehen im Winter noch schöner aus

Bis zum nächsten Januar dauert es noch ein ganzes Jahr

Eine Freundin erzählte mir einmal, dass der Mensch sogar Veranlagungen zum Winterschlaf habe. Der Gedanke gefiel mir. Am liebsten würde ich tatsächlich wie ein Bär den Winter verschlafen (zu Weihnachten könnte ich ja eine kurze Essenspause einlegen) und pünktlich zur Zeitumstellung im Frühjahr wieder erwachen. Da das leider nicht möglich ist, versuche ich mir mit sonnigen Urlaubsbildern ein wenig Wärme nach Hause zu holen. Dazu wird die Heizung noch ein klein wenig höher gedreht und eine kleine Lernpause eingelegt. Mittlerweile habe ich mich sogar ein bisschen mit dem bösen Januar abgefunden. Er hat sogar ein Gutes: Es gibt ihn nur einmal im Jahr!

Einfach den Winter verschlafen

Einfach den Winter verschlafen

Charlotte Horsch

1 Kommentar

  1. Das Wetter ist heute auch richtig komisch und mein Schädel droht zu platzen. Habe dann beim googeln diese Seite gefunden und wollte meine Erfahrung mit den Mitleidenden teilen. Vor etwa zwei Jahren war es noch schlimmer bei mir und ich kam morgens auch kaum aus dem Bett, habe dann einen Lichtwecker Test gelesen und mir so einen Therapiewecker zugelegt. Damit habe ich etwas Abhilfe geschaffen und die Tage sind besser geworden.

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