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Die Idee von morgen: Ein Auto für viele

Ein Kurz-Interview über „Uber“

Das Unternehmen „Uber“ wurde 2009 ursprünglich als Limousinenservice gegründet – heute hat es viele Taximärkte aufgemischt. „Uber“ vermittelt online Fahrgäste an Mietwagen mit Fahrer, was sich „UberBlack“ nennt, aber auch an private Fahrer („UberPop“). Die Vermittlung erfolgt entweder über eine App. Das Praktische an „Uber“: Es übernimmt die Zahlung zwischen Fahrer und Gast und finanziert sich über 20 Prozent des Fahrpreises. Da bei dem Dienst mit privaten Fahrern viele Kosten, wie zum Beispiel die erhöhten KFZ-Versicherungsbeiträge oder die Funkanlage, entfallen, ist „Uber“ günstiger als manch andere Taxifahrten. Ein Grund, weshalb viele Menschen dieses Angebot wahrnehmen und weniger mit Taxi oder Bahn fahren. Was denkt der Deutschlandsprecher von „Uber“, Fabien Nestmann, über die Mobilität der Zukunft? Ein Interview.

"Uber" gibt es in 54 Ländern, u.a. auch in São Paulo, Beirut und Tokio, (c) Uber

„Uber“ gibt es in 54 Ländern, u.a. auch in São Paulo, Beirut und Tokio, (c) Uber

Wie werden sich Menschen von morgen bewegen? Kann man sagen, dass immer mehr Angebote wie „Call a bike“ oder „Carsharing“ wahrgenommen werden?

„Es ist tatsächlich so, dass sich in Deutschland jeden Tag 1000 weitere Menschen für Carsharing-Dienste anmelden. Das ist einbeträchtliches Wachstum und zeugt von einer Veränderung des Mobilitätsverhaltens. Deutlich wird diese Entwicklung auch, wenn ich den typischen „Uber“-Nutzer betrachte: Der will stets unabhängig sein und immer flexibel entscheiden können. So fährt er morgens mit der Bahn zur Arbeit, leiht sich in der Mittagspause ein Fahrrad und nutzt nach der Arbeit ein „Uber“, um zu Freunden zu kommen. Er findet es wichtig, eine Reihe von Alternativen zur Auswahl zu haben und sich je nach Situation für die beste zu entscheiden. Je mehr Optionen zur Verfügung stehen und je besser diese ihre Netzwerke aufbauen und verknüpfen können, desto weniger wichtig wird es, ein eigenes Auto zu besitzen. Es hängt also auch davon ab, wie schnell Veränderungen in Deutschland aufgegriffen und gesetzlich eingebettet werden können.“

Braucht in Großstädten jeder ein Auto?

Fabien Nestmann, Deutschlandsprecher des Unternehmens Uber, (c) Uber

Fabien Nestmann, Deutschlandsprecher des Unternehmens „Uber“, (c) Uber

„Die Stadt mit der geringsten Anzahl von Autos pro Kopf ist Berlin. Noch nicht einmal jeder Dritte besitzt dort ein eigenes Fahrzeug. Das beantwortet schon einen Teil Ihrer Frage. In Großstädten bedeutet ein eigenes Auto viel Kopfzerbrechen: Man benötigt einen Parkplatz zu Hause, einen weiteren am Arbeitsplatz und an Samstagen vielleicht auch einen in der Innenstadt. Das kann kompliziert und auch teuer werden. Deshalb sollte das Konzept der Zukunft lauten, ein einziges Auto für so viele Menschen wie möglich zu nutzen. Genau das ist unsere Vision bei „Uber“.‎ Natürlich soll jeder für sich entscheiden, ob und wie viele Autos er braucht. Wir möchten allerdings dazu beitragen, dass das Vorhaben, kein eigenes Auto zu besitzen, einfacher umzusetzen ist.“

Wie sieht es denn in der Zukunft mit Parkplätzen oder Garagen aus?


Im Bundesdurchschnitt stehen Autos mehr als 23 von 24 Stunden auf Parkplätzen oder in Garagen. Wenn wir aber wenige Autos den ganzen Tag in Bewegung hielten und mehr Menschen gemeinsam in ein Auto stiegen, wären unsere Innenstädte frei von parkenden Fahrzeugen. Das ist ein Zustand, der für viele undenkbar ist. Wir halten ihn aber für durchaus möglich.“

Mit der App von „Uber“ kann man sich nicht nur schnell ein Fahrzeug rufen, man sieht auch direkt den Anfahrtsweg, die Taxiordnungsnummer und die Daten des Fahrers, (c) Uber

Mit der App „Uber“ kann man sich nicht nur schnell ein Fahrzeug rufen, man sieht auch direkt den Anfahrtsweg, die Taxiordnungsnummer und die Daten des Fahrers, (c) Uber

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Wie bewegen Sie sich am häufigsten fort?

„Ich nutze tatsächlich alles, was es gibt. Ich habe ein Auto – zumindest noch -, ich fahre mit dem öffentlichen Nahverkehr, ich bin beiUber, ich betreibe Car- und Bikesharing und ich fahre Taxi. Ich genieße den Komfort, jedes Mal flexibel entscheiden zu können, welches Fortbewegungsmittel für mich und auch für die Umwelt das beste ist.‎“

Daniela Rothgang

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