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Knusper, Knusper, Knäuschen…

Hinter den Kulissen der Bayerischen Staatsoper

Wir knuspern heute an einem ziemlich großen Häuschen – dem größten in Münchens Prachtstraßen nämlich: An der Bayerischen Staatsoper. Schon von außen zieht das pompöse Theaterhaus alle Blicke auf sich, doch spätestens beim Betreten der heiligen Hallen verschlägt es vielen Besuchern die Sprache. Über den mit rosa Samt bezogenen Sitzreihen bringt ein gigantischer Kronleuchter die kunstvollen Goldverzierungen und Stuckfiguren zum Strahlen.

Hänsel und Gretel entdecken das Knusperhaus im Wald, (c) W.Hösl

Hänsel und Gretel entdecken das Knusperhaus im Wald, (c) W.Hösl

Märchen meets Klassik

Haben die über 2000 Gäste zu ihren Plätzen gefunden, nehmen auch die Musiker des über 100-köpfigen Orchesters ihre Positionen ein. Schon schlägt der Dirigent seine heilige Partitur auf und zeigt durch erhobenen Taktstock: Vorhang öffne dich! Zwei faule Geschwister, eine wütende Mutter, leere Vorratsschränke und das Treffen mit der bösen Knusperhexe im Wald bei der Beerensuche. Ja, diese Geschichte kommt wohl vielen bekannt vor. Mit Hänsel und Gretel leben Kindheitserinnerungen hoch. In drei kunstvollen und gleichzeitig lebensnahen Bildern inszeniert das Ensemble der Bayerischen Staatsoper das Kindermärchen auf höchstem Niveau der Klassik. Ob jung oder alt, Opern-Fan oder Skeptiker – dank eingängiger Melodien und leicht verständlicher Texte ist Hänsel und Gretel eine Oper für jedermann und eine optimale Möglichkeit, die Welt der Klassik kennenzulernen. Aufgrund der großen Nachfrage wird die Märchenoper von Komponist Engelbert Humperdinck in der Inszenierung von Richard Jones nach der Premiere im letzten Jahr auch in der Spielzeit 2014/2015 aufgeführt. Die ersten Vorstellungen waren schnell ausverkauft – Anfang 2015 gibt es aber noch einmal die Möglichkeit, sanft in die Welt der Klassik einzutauchen.

Hänsel und Gretel träumen vom Festmahl, (c) W.Hösl

Hänsel und Gretel träumen vom Festmahl, (c) W.Hösl

Mit dem Jugendprogramm zu Kinopreisen in die Oper

Studenten wird der Weg zu neuen Ufern besonders einfach gemacht: Im Rahmen des Kinder-und Jugendprogramms kosten Vorstellungen der Bayerischen Staatsoper kaum mehr als ein gewöhnlicher Kinobesuch. Schon für unter zehn Euro kommt ihr in den Genuss klassischer Musikdarbietungen oder könnt sogar Ballettaufführungen besuchen. Doch hierbei heißt es schnell sein – das Kartenkontingent ist begrenzt und die Nachfrage stets groß! Für alle, die keines der günstigen Tickets mehr erwerben konnten, bleibt als letzter Ausweg noch die Abendkasse. Studenten können dort ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn auf noch verfügbare und nicht abgeholte Karten hoffen. Trotz der Gefahr am Ende eine Stunde erfolglos gewartet zu haben – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

"Hänsel und Gretel" - eine von vielen Aufführungen der Bayerischen Staatsoper, (c) W.Hösl

„Hänsel und Gretel“ – eine von vielen Aufführungen der Bayerischen Staatsoper, (c) W.Hösl

Johanna Böllmann

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