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Hej Stockholm!

Im Dunkel des Nordens die Schönheit Stockholms entdecken

Hin und wieder wird es Venedig des Nordens genannt. Man kann in süßen Boutiquen stöbern wie in Amsterdam, feiern gehen wie in Berlin und Kaffee trinken wie die Wiener. Aber egal, was man von all dem machen möchte, man ist immer in der traumhaft schönen Hauptstadt Schwedens. Nur wenige kommen nicht voller Begeisterung von einer Reise nach Stockholm zurück, erzählen von einer entspannten fika (Kaffeepause) in Gamla Stan, spannenden Museumsbesuchen auf Djurgården und verrückten Vintage-Touren durch Södermalm.

Sticklinge

Sticklinge

Auch wenn jeder vom Sommer in Schweden schwärmt, auch ein Besuch im November lohnt sich. Bei einem Spaziergang durch das herbstliche Sticklinge kann man seiner Fantasie freien Lauf und sich bei trübem Nebel in die Handlung eines schwedischen Krimis versetzen lassen. Obwohl der Ortsteil mittlerweile zum Wohngebiet umgebaut wurde, erinnern dunkelrote Häuser aus Holz an die Lieblingsbücher aus der Kindheit und vor dem inneren Auge spielen sich die Abenteuer der Kinder aus Bullerbü ab. Zurück in den Gassen der Altstadt, auf der kleinen Insel Gamla Stan, ist es Zeit für einen wärmenden Kaffee. Der Schwede greift jedoch nicht nur wegen der Kälte zum Kaffee, sondern auch, um die Augen offen zu halten, wenn sich um 15 Uhr bereits die Abendstunden ankündigen. Um dem Mittagsschlaf zu entkommen, ist ein Besuch in Östermalms Saluhall absolut empfehlenswert. Die Markthalle im wohlhabenden Stadtteil Östermalm existiert bereits seit 126 Jahren und bietet neben traditionellem Gebäck, wie der schwedischen Kanelbulle (Zimtschnecke) und edlen Delikatessen, eine ganze Menge an gigantischen Fischen. In einem tollen und sehr authentischen Ambiente kann man aber nicht nur staunen, sondern auch selbst genießen. Bei „Tysta Mari“ bekommt man zu einem erschwinglichen Preis von circa 130 Kronen (14 Euro) ein leckeres schwedisches Menü mit Salat, Brot, Hauptspeise und Lättöl (Leichtbier). Apropos Bier: Was für den Münchner teuer ist, versetzt den Schweden in Euphorie! Denn die Preise für Alkohol sind im ganzen Land, und vor allem in Stockholm, extrem hoch. So bekommt man zum einen alkoholische Getränke mit mehr als 3,5% nicht im Supermarkt, sondern nur in ausgewählten Alkoholverkaufsstellen, den Systembolaget, oder in Bars oder Restaurants und hier zahlt man für ein Bier dann auch mal acht Euro.

Östermalms Saluhall

Östermalms Saluhall

Doch ist die schwedische Hauptstadt auch ohne Alkohol ein echtes Highlight und das besonders für Kulturliebhaber. Die Insel Djurgården lockt nämlich nicht nur mit ganz viel Grün und Natur, sondern auch mit spannenden Museen und Ausstellungen. Ein echtes Muss, das selbst den größten Museumsmuffel begeistern wird, ist dabei das Vasa-Museum. Hier bekommt man das schwedische Kriegsschiff „Vasa“ zu sehen, das im Jahr 1628 in See stach und bereits nach 20 Minuten wieder in den Tiefen des Meeres versank. Schuld daran war eine Fehlkonstruktion, zwei eingeschlossene Kanonendecks und zu wenig Ballast, doch genau 333 Tage später erblickte die „Vasa“ wieder das schwedische Tageslicht. Heute kann man das gigantische Schiff aus dem 17. Jahrhundert in seiner vollen Größe und mit rund 95% seiner Originalteile bewundern. Bei einer kurzen, aber sehr unterhaltsamen Führung und einem spannenden Film über die Geschichte der „Vasa“ bekommt man die Hintergründe zu ihrem Untergang und ihrer Bergung sehr anschaulich und verständlich erklärt.

Vasa-Museum

Vasa-Museum

Mit sehr viel Charme und Platz für Entdeckungen reizt auch der Stadtteil Södermalm. Hier spielt sich das junge Leben der schwedischen Künstler und Studenten ab. Die steile Straße mit dem Namen „Götgotan“ hat neben bekannten Klamottenläden, wie H&M, Monki oder Gina Tricot, auch einzigartige und künstlerische Boutiquen zu bieten. Ein toller Tipp ist auch der Vintage Markt, der hier jeden Sonntag von 12 bis 17 Uhr stattfindet und das Herz der Modebegeisterten höher schlagen lässt. Doch nicht nur hier kann man in früheren Modetrends schwelgen, sondern auch in den zahlreichen Vintage Läden des Viertels. Ob im großflächigen Beyond Retro oder im gemütlichen Pop- hier findet sich zwischen kuscheligen Weihnachtspullovern, eleganten Accessoires und glitzernden Paillettenjacken sicher etwas für die Silvesterparty oder auch den nächsten Fasching! Genauso verrückt, aber wesentlich bunter, ist ein Laden namens Coctail. Hier gibt es alles was bunt, kitschig und eigentlich überflüssig ist und genau das macht ihn zu einem wunderbaren Ort zum Stöbern und für gute Laune.

Beyond Retro

Beyond Retro

Coctail

Coctail

Auch zum Feiern hat das hippe Viertel einiges zu bieten. Zahlreiche Bars laden zum gemütlichen Treffen und coole Clubs zum Tanzen ein. Ein toller Tipp ist hier Marie Laveau! Zu entspannter Elektro-Musik lässt es sich bei, zwar nicht ganz so günstigen, Drinks und zwischen den bunt beklebten Wänden gut und gerne bis in die frühen Morgenstunden aushalten.
Nach einer durchtanzten Nacht ist dann Frühstück angesagt und hierzu sollte man unbedingt das Café String aufsuchen. Für günstige 80 Kronen (ca. 8,50€) bekommt man ein leckeres Frühstücksbuffet inklusive Kaffee und fühlt sich auf gemütlichen Sofas und Sesseln mindestens genauso wohl, wie in den eigenen vier Wänden. In dem Café steckt sehr viel Kreativität und Liebe zum Detail. Außerdem sind hier nicht nur die dekorierten Kunstwerke, sondern auch die individuellen Stühle verkäuflich, sodass man sich ein bisschen von der Atmosphäre im String auch nach Hause holen kann.

Café String

Café String

Vielleicht ist der November nicht unbedingt die beste Zeit für eine Reise nach Stockholm. Vielleicht ist es neblig und früh dunkel. Vielleicht sieht die Stadt im Sommer noch viel schöner aus. Doch trotz allem lohnt sich ein Besuch der schwedischen Hauptstadt im November, denn auch ein Herbsttag in München ist windig, nass und kalt und in Stockholm ist er eben nur ein bisschen kürzer.

Christina Bacher

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