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Vada Müller: Über das Modeln und falsche Freunde

Das Meerjungfrauen-Model im Interview

„Models haben nichts im Kopf“, „Models essen nichts“, „Modeln – das ist kein richtiger Job“ – diese Vorurteile hört man immer wieder. Vor allem Mädels, die bei Misswahlen teilnehmen, werden gerne belächelt. Die 20-jährige Vada Müller aus dem niederbayerischen Pocking spricht im unikaten Interview von ihren bisherigen Erfahrungen im Modelbusiness. Die Wahrheit über Diäten und warum sich sogar schon einige Freundinnen von der Studentin abgewandt haben.

Vada Müller (20) wurde zur ersten "Miss Meerjungfrau" Deutschlands gewählt

Vada Müller (20) wurde zur ersten „Miss Meerjungfrau“ Deutschlands gewählt, (c) Allumski

Vada, erzähl mal: Was hast du bisher so in deiner Model-Karriere erlebt?
„Angefangen hat alles mit dem Wettbewerb Vilshofen’s Next Topmodel 2012, den ich gewonnen habe. Ab dann folgten Modeljobs in Passau und Umgebung. Ich habe mit verschiedenen Fotografen mein Portfolio langsam aufgebaut. Nach meinem Abitur 2013 bin ich dann nach Vancouver, Kanada geflogen, ich wollte einfach nur die Welt erkunden. Doch dann hat mich mein damaliger Boss im Restaurant gefragt, ob ich nicht zufällig Lust auf ein Promo-Shooting für seine Bar hätte. Natürlich hatte ich sofort zugestimmt, da mir das Modeln einfach sehr viel Spaß macht. Und dann ging‘s richtig los: Fotoshootings, Werbe-Drehs, Laufstegshows, Musikvideo-Drehs und letztlich durfte ich sogar bei der Vancouver Fashion Week mitlaufen. Fotos, die von mir auf dieser Show gemacht wurden, erschienen dann in den Zeitschriften Glamour, Elle und der Vogue. Das war einfach eine Wahnsinnserfahrung, die ich mir nie erträumt hätte! Vancouver war aber nicht die einzige Stadt, die ich mir angeschaut habe. Ich bin dann auch nach New York geflogen und durfte bei einem Victoria Secret Model wohnen und mit ihr und Tyson Beckford (Anm. d. Red.: Ein US-amerikanischer Schauspieler und Fernsehmoderator) zusammen in New York City feiern. Das werde ich auch nie vergessen.“

Wie bist du auf die Idee gekommen bei der Miss Kanada-Wahl mitzumachen?

„Das war ganz lustig: Ich war gerade auf dem Weg zu meiner Arbeit, als ich von Connie De Boer (Anm. d. Red.: eine Sport/Talent-Film-Agentin) angesprochen wurde. Sie schult die Mädels von der Westseite Kanadas für die Misswahl. Sie hatte mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte bei der Miss Universe Kanada-Wahl Vancouver zu vertreten. Ich war erstmal sehr überrumpelt, aber habe ihr dann doch meine Kontaktdaten gegeben. Später habe ich dann einen Anruf erhalten mit der Einladung zu den Trainingseinheiten. Bei denen habe ich die anderen Mädels von der Westcoast kennengelernt und uns wurde beigebracht, wie man sich ladylike verhält und sich gut präsentiert. Es war wirklich eine tolle Erfahrung! Ich durfte so viele nette Mädels kennenlernen und habe auch viel dazu gelernt.“

Und wie kam es zur Mermaid/Meerjungfrauen-Wahl?

„Ich kannte bereits ehrlich gesagt den Veranstalter, da er unter anderem ein Modelcamp in Mallorca organisierte, bei dem ich auch mitgemacht habe. Da ich mit ihm auf Facebook befreundet bin, habe ich so von der Miss Mermaid-Wahl erfahren.

„Ich wollte schon immer als kleines Kind eine Meerjungfrau sein, so wie Arielle“

Es war wirklich ein tolles Gefühl in die Rolle der Nixe zu schlüpfen und mit der Schwanzflosse durch das Wasser zu gleiten.

Vada Müller ist "Miss Mermaid"

Vada Müller ist „Miss Mermaid“, (c) William Balser

Was sind deine Erfahrungen mit Leuten, die deine Arbeit eher belächeln?

„So etwas habe ich, Gott sei Dank, nur am Anfang zu spüren bekommen: „Models sind doch dumm“, „Modeln: das ist doch keine richtige Arbeit“. Es gab sogar eine Mutter, die ihrer Tochter gesagt hatte, dass sie sich von mir fern halten soll, weil ich ja „nur Blödsinn im Kopf hätte“, was aber meine Freundin nicht gemacht hatte und ich ihr auch sehr dankbar dafür bin! Je mehr man aber in das Modelbusiness reinkommt, desto mehr hat man auch mit erfahreneren Leuten in diesem Bereich zu tun. Und da kommen dann nicht mehr solche Kommentare, da diese Menschen wissen, was von einem Model alles verlangt wird. Natürlich gibt es aber einen Unterschied zwischen unprofessionellen Fotomodels und seriösen Topmodels. Ich selbst sehe mich irgendwo dazwischen.“

Was ist später dein Traumjob?

„Zurzeit studiere ich Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Wien und möchte daher auch gerne im Fernseh- oder PR-Bereich arbeiten. Wo genau es mich hinführen wird, kann ich noch nicht sagen. Zu gern würde ich natürlich auch weiterhin modeln.“

Wer ist dein Vorbild?

„Mein Vorbild ist meine Mom. Sie ist eine starke, unabhängige und hübsche Frau“

die in ihrem Leben viel durchgemacht hat und doch mich und meine Geschwister so gut erzogen hat. Egal, was ich mache, ich denke immer an sie und bin ihr dankbar, dass sie mich immer unterstützt und mir zur Seite steht. Ich hoffe, dass ich ihr zumindest einen kleinen Teil von dem, was sie mir gibt, auch wieder zurückgeben kann“

Was würdest du für deine Model-Karriere NIE tun wollen?

„Ich bin echt kein Fan von Nude-Art (Anm. d. Red.: Nackt-Modeln). Ich respektiere zwar die Models, die so etwas machen und schaue mir diese Art von Kunst auch gerne an, aber für mich wäre das eindeutig nichts. Ein anderes No-Go ist auch, mit dem Manager oder sonst jemanden zu schlafen, nur um für einen Job genommen zu werden. Es gibt wirklich so viele schwarze Schafe und ich habe anfangs sogar schon öfters solche Angebote bekommen. Diese Leute wissen, dass viele junge Mädchen unbedingt Model werden wollen und dafür dann auch so gut, wie alles tun würden.“

Es gibt Leute die sagen, dass es für die Model-Karriere nicht von Vorteil sei, bei Germanys Text Topmodel oder bei Misswahlen mitzumachen. Was hälst du davon?

„Modeln hat mit Schönheitswettbewerben nichts zu tun. Man hört im Model-Business immer mal wieder Sprüche wie: „Dieses Model ist ja gar nicht so hübsch. Wieso ist die Model?“ Und im Gegensatz dazu können bei Misswahlen alle Mädels mitmachen, egal ob sie nur 166 cm „klein“ sind , mehr „Rundungen“ haben oder 176 cm groß sind und Modelmaße 90-60-90 haben. Misswahlen sind einfach eine andere Art von Wettbewerb, die mir aber sehr viel Positives gebracht haben. Es ist eine Erfahrung, die ich auch jeder jungen Frau empfehlen würde. Germanys Next Topmodel ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, um Modelerfahrung zu sammeln oder wichtige Leute aus diesem Bereich kennenzulernen. Und ganz Deutschland redet über dich – das ist sehr gute Publicity. Der Nachteil ist aber auch, dass du in dieser Show bist, um das Publikum zu unterhalten und du deshalb „verrückte Sachen“ machen musst oder du nicht von deiner besten Seite gezeigt wirst. Es ist nun mal eine Fernsehshow, bei der es um eine hohe Einschaltquote geht. Man sollte sich also darüber bewusst sein und für sich klarstellen, ob man mit diesem Mediendruck klar kommen kann oder es lieber sein lässt. Aber hey, versuchen kann man es doch allemal!“

Neben ihrem Modeljob studiert Vada Müller Kommunikation und PR in Wien

Neben ihrem Modeljob studiert Vada Müller Kommunikation und PR in Wien, (c) Obsession Canada

Hand aufs Herz: Wie ist das mit den Diäten bei Models?
(Lacht) „Ich würde mal sagen, dass Models keine Diäten halten, sondern einfach allgemein immer nur oder so gut wie immer gesunde Sachen essen und viel Sport treiben. Süßigkeiten werden zum Beispiel selten gegessen, in der Früh vielleicht ein Müsli mit viel Obst, mittags Fisch mit Gemüse und am Abend einen schönen Salat mit Putenbruststreifen. Wir essen also auch ganz normal und machen dabei noch viel Sport wie Pilates, Yoga oder Tae Bo (Anm. d. Red.: Mix aus Karate, Taekwondo oder Kickboxen zu schneller Musik).“

Hast du bisher etwas von „Zickereien“ oder Eifersüchteleien von anderen Mädels mitbekommen?
„Manche Mädchen wollen sich einfach gerne in den Vordergrund stellen, das darf man nicht persönlich nehmen. Von meinen „Nicht-Model“-Freundinnen habe ich eigentlich fast immer nur Unterstützung bekommen, obwohl vielleicht die ein oder andere am Anfang eher skeptisch war. Ein paar meiner damaligen Freunde haben sich jedoch dann auch von mir verabschiedet und wollten nichts mehr mit mir zu tun haben. Das war natürlich sehr traurig, aber ich akzeptiere ihre Entscheidung.“

Vada mit ihren Mädels in Toronto, bei einer Pause von den Vorbereitungen für die "Miss Canada"-Wahl, (c) Vada

Vada mit ihren Mädels in Toronto, bei einer Pause von den Vorbereitungen für die „Miss Canada“-Wahl, (c) Vada

Wie schaut es in nächster Zeit bei dir aus?
„In noch nicht mal mehr ganz zwei Wochen geht mein Flug nach Malaysia. Dort repräsentiere ich Deutschland in der Miss Tourism International Wahl. Ich bin schon ganz aufgeregt und mitten in den Vorbereitungen. Ich mache sehr viel Sport und esse gesund, damit ich eine schöne Figur habe. Außerdem haben sich zwei Designer bereit erklärt, mir ein Kleid zu designen. Bin schon ganz gespannt drauf! Ich werde mein Bestes geben und versuchen, die Krone nach Hause zu holen! Als Miss Mermaid ist für mich im Sommer noch eine Reise nach Mallorca geplant, wo ich eine Meerjungfrauenstatue einweihen soll. Es ist also immer was los!“

Daniela Rothgang

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