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Blumentopf: „Für den Hörer nur das Beste!“

Der Topf sprießt! Unter diesem Motto machen die Jungs von Blumentopf schon seit 22 Jahren gemeinsam Musik. Das Ergebnis ist abwechslungsreicher Hip Hop mit selbstgesetzten Trends. Rapper Cajus im unikaten Interview:

Cajus, Rapper von Blumentopf; (c) Blumentopf

Cajus, Rapper von Blumentopf; (c) Blumentopf

Oft gefragt und sehr verhasst, dennoch: Wie kam der Name der Band zustande?

 „Ja, ist wirklich sehr oft gefragt und noch mehr verhasst! Hehe…“

Ihr sollt besonders selbstkritisch mit eurer Musik sein – stimmt das?

„Einem Trend sind wir nie gefolgt, sondern eher dagegen geschwommen. Wir legen keinen Wert auf Gepose und sind vor allem mit unserer eigenen Musik sehr kritisch. Während andere Bands sich schon feiern und gegenseitig auf die Schultern klopfen, feilen wir noch einmal an unseren Tracks, um das absolute Optimum herauszuholen. Wir können uns sehr gut gegenseitig hochschaukeln und motivieren – Folge: Wir machen für jedes Album immer viel mehr Tracks als wir letztlich brauchen und dann wird sehr streng aus selektiert. Denn unser Motto: „Für den Hörer nur das Beste!“

Gibt es persönliche Vorbilder?

„So direkte Vorbilder gibt es nicht. Leute, die ich cool finde und respektiere für das, was sie machen sind u.a. Devin the dude. Hammer Typ! Ein Rapper, der genau das mit dem authentischen Überziehen mit Perfektion betreibt! Hört mal rein! Flowmäßig ist Ludacris ganz vorn dabei, aber auch Busta Rhymes. Über Eminem brauch ich ja wohl nichts zu sagen – der Kerl ist ein Genie!“

Eure Texte handeln von ganz unterschiedlichen Situationen. Was inspiriert euch?

„Das Wichtigste ist, dass ein Text authentisch ist. Wir verstecken uns nicht hinter Phrasen und Floskeln, sondern zeigen unser Gesicht und das selbst dann noch, wenn es vielleicht auch mal nicht das ruhmvollste ist. Ehrlichkeit ist beim Texten ganz wichtig, natürlich ebenso wie Unterhaltung. Man kann auch ruhig einmal etwas überziehen, aber das sollte nie den tatsächlichen Bezug zu einem selbst verlieren. Ansonsten kommt es schnell nicht mehr souverän und das ist der Tod eines jeden Raps. Die Inspiration ist eigentlich das eigene Leben und Erlebte.“

Seit 22 Jahren seid ihr unterwegs. Ist euch da auf der Bühne schon einmal etwas richtig Peinliches passiert?

„Uns passiert nichts Peinliches, da wir selbst so etwas souverän bringen und es dadurch die Peinlichkeit verliert – kleiner Scherz. Ich bin in der Schweiz einmal mit 40 grad Fieber über zwei Stunden auf der Bühne gestanden und hab jede Minute gedacht, ich würde jetzt gleich umkippen. Ist nicht passiert, allerdings musste ich bei einer kurzen Umziehpause hinter der Bühne kotzen und stand dann 20 Sekunden später wieder auf der Bühne, als wäre nichts gewesen.“

Gab es einen besonderen Auftritt, an den du dich noch ganz genau erinnern kannst?

„Das war, als wir das erste Mal in der Muffathalle in München aufgetreten sind und zwar nicht im Rahmen von einem Jam, sondern wirklich nur wir: Das war unser Konzert und die Halle war mit knapp 2.000 Leuten ausverkauft. Es war schon der Wahnsinn! Vor allem waren von fast jedem von uns die Eltern da und die sind vor stolz fast geplatzt. „Ey Leute, unsere Eltern sind heute Abend da, zeigt denen mal, wie laut ihr sein könnt!“ Das war ein richtig cooler Abend, da haben wir auch noch ganz lange gefeiert!“

Sieben Alben, 23 Singles und die DVD „Gern gesehen“ sind bis jetzt von euch erschienen. Schafft es Blumentopf auch in den nächsten Jahren dieses Tempo beizubehalten oder ist bereits jetzt eine Pause geplant?

„Wir versuchen immer möglichst wenig zu planen, sondern die Dinge eher passieren zu lassen. Du musst wissen, wir sind Musikstreber oder Workaholics. Wir müssen immer Musik machen, damit es uns gut geht und sind auch erst dann zufrieden, wenn es so richtig rockt. Wir haben einen enormen Output und das, was ihr davon mitbekommt, ist auch noch selektiert. Also, du siehst, von uns kommt noch Einiges!“

(c) Blumentopf

Holunder, Roger, Schu, Cajus und Sepalot; (c)Blumentopf

Andrea Hornsteiner

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